Ueber den Backstein. Von Herrn Post Baurath R. Neumann in Cöln.
- Verhältniss des Backsteins zum natürlichen Stein im Allgemeinen.
- Der Backstein als Constructionsmaterial.
- Die Entwickelung des Backsteinbaues in geschichtlicher Beziehung. a. Der Backsteinbau im Orient und in Aegypten. b. Der Backsteinbau in Griechenland. c. Der Backsteinbau in der alexandrinischen Zeit und den Römern. d. Der Backsteinbau im früheren Mittelalter. e. Die gothische Ziegelarchitektur. f. Die italienische Backsteinarchitektur. g. Die Backsteinarchitektur der Neuzeit.
- Die technische Herstellung des Backsteins.
a.
Die Zubereitung des Thones. b. Formen des Thones.
c. Das Brennen der Thonwaaren. d. Farben des Backsteines. e. Das Engobiren.
f. Das Glasiren. - Die Berechtigung einer besonderen Backsteinarchitektur.
a. Gegensatz zum Hausteinbau im Allgemeinen. b. Die Fugen im Backsteinbau. c. Die architektonische Formenbildung aus gebranntem Thon. d. Vollziegelbau oder Bau mit hohlgebrannten Terracotten. e. Die Polychromie des Backsteinbaues. f. Bauausführung in Backstein. g. Zum Schlusse. QUELLEN:
Die technische Herstellung des Backsteins.
a. Die Zubereitung des ThonesBevor jedoch dieses Thema weiterer Erörterung unterzogen wird, erscheint es nothwendig, die technische Grund lage des Backsteinbaues schärfer ins Auge zu fassen, zuzusehen, wie Ziegel und namentlich Formsteine aus gebranntem Thon hergestellt werden, welche Schwierigkeiten die bezügliche Technik verursacht, welche Vortheile im Gegensatze zu anderen Baumaterialien aus der Anwendung des Backsteines erwachsen. — Auf dieser Grundlage werden dann manche, scheinbar davon weitab liegende Fragen sich beantworten lassen, denn die Gebiete der Kunst und der Technik greifen in der Architektur eng ineinander, sie bedingen und erklären sich gegenseitig.
Nicht soll hier ein Abriß der Ziegelfabrikation gegeben werden, aber die wichtigsten Beziehungen zur Herstellungsweise der eigenartig geformten Backsteine, wie der größeren sogenaunten Baustücke sollen uns beschäftigen. Denn auf der Herstellung dieser Producte beruht wesentlich der Backsteinbau, sobald er nicht bloße Mauermassen herstellt, solidern architektonische Formen dem Auge bieten will, welche sich nicht aus gewöhnlichen Ziegeln herstellen lassen. — Die Operationen, welche hier besprochen werden sollen, gehören theils der Ziegelei, theils der Töpferei an oder sind auch als eine Technik zu bezeichnen, welche zwischen Ziegelei und Töpferei in der Mitte steht, außerdem aber, über beide hinausgreifend, ein eigenes Gebiet, das der Plastik in gebranntem Thon, darstellt. — Es sind dabei drei verschiedene Operationen zu betrachten: die Zubereitung des Thones, das Formen desselben und das Brennen der Thonwaaren.
Zur Herstellung gewöhnlicher Ziegel muß der Thon bekanntlich soweit zubereitet werden, daß die Haupteigenschaft desselben, die Plasticität, auf welcher seine Verwendbarkeit beruht, zur vollen Geltung kommt. — Es muß daher ein Aufweichen des Thones und ein Reinigen desselben von fremden Bestandtheilen den übrigen Operationen voran gehen. — Dasselbe geschieht für Formsteine und Baustücke, aber nicht jeder Thon, welcher sich sehr wohl noch zur Ziegelfabrikation eignet, kann für Formsteine (wie wir die feineren Producte, um die es sich hier handelt, kurzweg in ihrer Gesammtheit nennen wollen) jeder Art gebraucht werden, vielmehr muß in Bezug auf die Thonsorten eine sorgfältige Auswahl getroffen werden.
Die Plasticität ist eine besondere Eigenschaft gewisser Körper, deren Aggregatszustand gewissermaaßen die Mitte hält zwischen dem festen und flüssigen Zustande. Plastische Körper lassen sich durch mäßigen Druck in bestimmte Formen bringen und behalten diese nach dem Aufhören des Druckes bei, die Plasticität ist somit das gerade Gegentheil der Elasticität. — Sie zeigt sich vorzugsweise ausgebildet am feuchten Thone und verliert sich, sobald der Thon ausgetrocknet und fest geworden ist. — Bei dem Austrocknen tritt eine andere Eigenthümlichkeit hervor: durch das Verdunsten des Wassers wird eine Volumverminderung der Thonmasse herbeigeführt, der Thonkörper schwindet, wird kleiner. — Dieses Schwinden muß bei der Herstellung von Thonkörpern berücksichtigt werden, es führt, wenn es regelmäßig und an allen Stellen gleich schnell stattfindet, nur eine Verkleinerung des Productes herbei, ohne daß die Verhältnisse der Form verändert würden. — Geht aber die Gleichmäßigkeit des Schwindens aus irgend einer Ursache verloren, so entstehen an einzelnen Stellen des geformten Körpers Cohäsionsspannungen, welche, wenn in geringerem Maaße vorhanden, ein Verziehen, Schiefwerden, Werfen der Form bewirken, wenn in höherem Maaße eintretend, den Zusammenhang vollständig lösen, ein Reißen an einzelnen Stellen herbeiführen. — Das Schwinden muß die Technik beherrschen, das Werfen und Reißen muß sie vermeiden. — Zu bemerken ist dabei noch, daß das Schwinden nicht mit dem Austrocknen an der Luft aufhört, sondern sich auch noch während des Brennens fortsetzt, Werfen und Reißen daher auch während des Brandes noch eintreten können.
Mit Rücksicht auf die Plasticität unterscheiden wir fette oder lange Thone im Gegensatze zu den mageren und kurzen Thonen. — Zwischen den Begriffen von fett und lang existirt in dieser Anwendung wohl kaum ein Unterschied; beide Ausdrücke bezeichnen einen hohen Grad von Plasticität. — Solche Thone lassen sich mit der Hand sehr leicht verarbeiten; wie denn auch der Modellirthon des Bildhauers immer ein sehr fetter Thon sein muß. — Aber fette Thone schwinden sehr stark und zeigen große Neigung zum Werfen und Reißen; sie sind daher für Gegenstände, welche getrocknet und gebrannt werden sollen, nicht wohl ohne Weiteres zu brauchen. — Die Plasticität wird herab gesetzt durch Beimischung nicht thoniger Substanzen und dieses Mittel bringt man allgemein in Anwendung, um das starke Schwinden zu verringern. — Aber auch in der Natur kommen Thone mit solchen Beimischungen sehr zahlreich vor, und man nennt solche Thone, deren unplastische Beimischung körniger Natur ist, magere Thone, die Beimischung selbst aber Magerungsmittel. — Die Zusammensetzung aus fettem Thon und unplastischer Substanz kann selbstredend in jedem beliebigen Mischungsverhältnisse stattfinden und so weit gehen, daß die Plasticität ganz und gar verschwindet. — Ein sehr magerer Thon kann immer noch soviel Plasticität besitzen, um sich in die einfach parallelepipedische Form des Ziegels bringen zu lassen, kann auch unter Umständen noch einen recht guten Ziegel geben, besonders wenn die magernde Substanz leicht schmelzbar ist, aber für Hohlkörper von einiger Größe braucht die Masse mehr Fettigkeit des Thones, um die gegebene Form während des Trocknens festhalten zu können. — Im Uebrigen wirkt eine gewisse Magerung vortheilhaft. Durch die Beimischung körniger, fester Stoffe wird die Thonmasse porös und trocknet schneller aus; der fette Thon füllt nur die Zwischenräume, indem er wie ein Kitt die einzelnen Körner zusammenhält. — Die letzteren sind dem Schwinden nicht unterworfen und durch ihr Dazwischentreten wird auch die plastische Thonmasse verhindert, sich während des Trocknens stark zusammen zu ziehen, indem die Reibung an den festen Körnchen dem Schwinden entgegenwirkt.
Die Plasticität des Thones wird ferner herabgesetzt durch Beimischung feinerdiger, staubförmiger Substanzen, und solche Thone nennt man kurz. — Substanzen, deren Beimischung den Thon kurz macht, sind Mergel, Mineralstaub, Schluff, Formsand; und Thone mit derartigen Beimischungen kommen außerordentlich häufig vor. — Dieselben bieten in der Verwendung viel mehr Schwierigkeiten, als die mageren Thone. Der Mangel an Plasticität zeigt sich weniger bei der Operation des Formens, — denn feinerdige Substanzen, wie Formsand, besitzen im feuchten Zustande an sich schon eine gewisse Plasticität, — aber beim Trocknen treten die Nachtheile um so stärker ein. — Hierbei zeigen die kurzen Thone ebenso wie die fetten, große Neigung zum Reißen, und diese Gleichheit des äußeren Verhaltens bei bedeutender innerer Verschiedenheit mag auffällig erscheinen, ist indessen wohl erklärbar. — Während in den fetten Thonen der Zusammenhang der Moleküle ein sehr starker ist, wird gleichzeitig durch die Feinheit derselben eine sehr dicht geschlossene Masse und Oberfläche hergestellt. — Die Austrocknung geht deshalb sehr langsam vor sich, d.h. die Verdunstung des Wassers aus dem Innern folgt nur sehr zögernd der an der Oberfläche; da aber mit der Verdunstung eine starke Volumverminderung verbunden ist, entstehen starke Spannungen an der Oberfläche, welche bei fortgesetztem Austrocknen die Trennung derselben an einzelnen Stellen herbeiführen.
In kurzen Thonen schreitet das Verdunsten des Wassers von der Oberfläche nach Innen wegen der größeren Porosität der Masse zwar rascher vor und es entstehen keine so großen Spannungsunterschiede, aber der Zusammenhang der Moleküle ist ein viel geringerer, als in den fetten Thonen. — Obgleich die fette Thonmasse auch zwischen den feinen Staubkörperchen als Kitt wirkt, so ist sie doch in sehr kurzen Thonen nicht in ausreichender Menge vorhanden, um all die zahllosen Zwischenräume auszufüllen, es bleiben vielmehr viele derselben unausgefüllt und nur so lange, als das beigemischte Wasser die Stelle des Kittes vertritt, findet Zusammenhang statt; sobald das Wasser verdunstet ist, hört der Zusammenhalt auf. Deshalb bewirken in kurzen Thonen geringere Cohäsionsspannungen schon das Reißen der Wandungen namentlich größerer Hohlkörper. — Kurze Thone eignen sich deshalb häufig zu gewöhnlichen Ziegeln noch sehr gut und geben namentlich dann, wenn ihr Schmelzpunkt nicht hoch liegt, oft vorzügliche Klinker, lassen sich im Uebrigen aber schwer verarbeiten, und eignen sich zu größeren Formstücken um so weniger, als die Natur derselben sich nicht wohl ändern läßt. — Denn fette Thone kann man durch Beimischung körniger Substanzen magern; magere Thone können durch Schlämmen von einem Theile der unplastischen Beimischung befreit und fetter gemacht werden; die äußerst feine unplastische Beimischung der kurzen Thone aber läßt sich durch Schlämmen nur in sehr unvollständiger Weise entfernen, und andere Mittel zu solchem Zwecke besitzen wir zur Zeit nicht, wenigstens nicht für die Anwendung in großem Maaßstabe. — Die Ausdrücke fett und mager sind von dem ähnlichen Gefühle entnommen, welches solche Thone in der tastenden Hand verursachen; die Bezeichnungen lang und kurz aber sind aus der Wahrnehmung entstanden, daß ein Stück zu plastischer Consistenz angefeuchteten und durch gekneteten Thones, wurstförmig ausgerollt, sich zu einer gewissen Länge dehnen läßt, bevor es abreißt, wenn der Thon lang, daß es kurz abbricht, wenn der Thon kurz ist.
Im Uebrigen muß noch hinzugefügt werden, daß die Eigenschaft des Kurzen nicht bei allen Thonen Folge der Beimischung feinerdiger unplastischer Substanzen ist. sondern auch andere Ursachen haben kann. — So gehört die Porzellanerde zu den kurzen Thonen, obwohl sie gleichzeitig eine der reinsten Thonarten ist. — Es scheint, daß auch ein zu geringer Gehalt an chemisch gebundenem Wasser die Thone kurz macht, womit es übereinstimmt, daß der gebrannte Thon, d.h. solcher Thon, welcher durch Glühhitze des Hydratwassers beraubt worden ist, auch nach der weitgehendsten Zerkleinerung die frühere Plasticität niemals wieder erlangt, sondern völlig unplastisch bleibt. Der Thon, welcher zu feineren Gegenständen verarbeitet werden soll, braucht nicht chemisch rein zu sein, und in der That finden sich ganz reine Thone nur selten. — Sie sind dann stets von weißer Farbe und sehr feuerbeständig. Diese Thone werden zu den feinsten keramischen Producten verarbeitet, zu Porzellan, Steingut etc., sind aber viel zu kostbar, um das Material für Backsteine herzugeben. — Weitaus die größeste Masse der in der Natur vorkommenden Thone ist mit fremdartigen Substanzen vermischt, welche das Verhalten des Thones nach verschiedenen Richtungen hin ändern.
Wie die Plasticität dadurch modificirt wird, ist bereits gezeigt, aber auch die Schmelzbarkeit und die Farbe erleiden dadurch Veränderungen, auf welche weiterhin näher eingegangen werden soll. — Hier möge nur darauf hingewiesen werden, daß in dem zu verarbeitenden Thone keine größeren festen Körper enthalten sein dürfen, weder erhärtete Thonstücke noch Steine, noch erdige Substanzen in Stücken. — Diese hindern oder erschweren die Formgebung, sie verursachen Ungleichmäßigkoit im Schwinden, oder sie wirken im Brennen nachtheilig, indem sie in der Glut sich zu stark ausdehnen und während des Glühens oder beim Abkühlen zerspringen, — sie beeinträchtigen endlich die Wetterfestigkeit, wie Kalk, Gyps u.s.w. — Ist der Thon daher unrein, so muß er vor der Verwendung gereinigt oder in anderer Weise vorbereitet werden. — Ist er fett und enthält viele Steinstücke, Quarz, Eisenoxydstücke etc., so genügt es häufig, ihn durch Walzen gehen zu lassen, welche die Steine zerdrücken, so daß sie in diesem Zustande ein unschädliches, ja sogar nützliches Magerungsmittel abgeben. — Meistens jedoch muß man zu dem Mittel des Schlämmens greifen. Aber diese Operation braucht in vielen Fällen nicht mit solcher Sorgfalt durchgeführt zu werden, wie in der Porzellanmanufactur. — Sehr häufig genügt es, gröbere Körper, wie Wurzeln, Steine, Eisensteinstücke, Mergelknoten etc. zu entfernen; dann ist nur ein Auflösen des Thones in Wasser und Durchtreiben durch ein Sieb erforderlich, nicht aber das Abscheiden sandiger Beimischungen auf langem, langsam zu durchlaufendem Wege, — denn die sandigen Bestandtheile, welche durch solches Schlämmen entfernt werden, sind oft als Beimischung der Thonmasse erwünscht. —
Um in dem rohen, gegrabenen Thone die Plasticität zu vol ler Geltung zu bringen, muß derselbe zunächst eingesumpft werden, d.h. er erhält einen Zusatz von Wasser, dessen Wirkung er eine Zeitlang ausgesetzt bleibt. — Durch Treten und Schlagen wird Gleichmäßigkeit der Masse herbeigeführt. Sehr häufig aber kommt der Thon nur in Zusammensetzung mit anderen Thonsorten, sowie unter Zuschlag von Magerungsmitteln zur Verwendung, und solche Mischungen sind erforderlich, theils um die Plasticität zu corrigiren, theils um der gebrannten Masse eine bestimmte Färbung zu geben, theils um die Schmelzbarkeit zu regeln. — Dann genügt ein bloßes Treten und Schlagen nicht, es müssen kräftiger und schneller wirkende Mittel in Anwendung gebracht werden und diese besitzen wir in den Walzen und in den mit schraubenförmig gestellten Messern versehenen Thonscbneidern, Maschinerien, welche bedeutende Kraft erfordern und daher gewöhnlich mit Dampf betrieben werden. — Dieselben bewirken, wenn sie gut construirt sind und einander zweckmäßig unterstützen, eine sehr innige Mischung der verschiedenen Substanzen. Die Walzen, mittelst deren man den Thon in fast papierdünne Blätter pressen kann, sind namentlich für ungeschlämmte Thone unentbehrlich, da sie alle gröberen Körper zerdrücken, während in den Thonschneidern die Mischung selbst vollzogen wird. — Die Magerungszusätze bestehen gewöhnlich aus scharfkörnigem Sande, zermahlenen Steinen (Quarz, Granit, Porphyr etc.), oder am besten aus den zermahlenen Scherben scharfgebrannten Thones derselben Art.
Sehr vortbeilhaft ist es, den so zubereiteten Thon vor der Verwendung noch längere Zeit im Thonkeller liegen zu lassen. — Er wird dadurch für den Former leichter verwendbar, wird zarter, feiner und die geformten Stücke erhalten eine glattere Oberfläche, auch ist das Verhalten solchen Thones während des Trocknens ein günstigeres, die Plasticität erscheint im Allgemeinen gesteigert, indem durch das längere Liegen im feuchten Zustande alle einzelnen Theilchen vollständig aufgelöst werden. Die Zubereitung des Thones unterscheidet sich von der zur Ziegelei und der zur Töpferei nicht wesentlich; im Allgemeinen muß sie sorgfältiger geschehen wie für die Ziegelfabrikation und zeigt gegenüber der eigentlichen Töpferei die Besonderheit des Zusatzes körniger, unplastischer Massen. — Größer zeigen sich die Unterschiede bei dem Formen des Thones.
Die technische Herstellung des Backsteins.
b. Formen des Thones.Die Gegenstände, welche für Architekturzwecke geformt werden, sind von sehr verschiedener Art und Größe, sie wechseln vom gewöhnlichen Ziegelstein und der einfachen Thonplatte bis zu Figuren von kolossaler Größe. — Baut man durchaus mit Vollziegeln, so überschreiten auch die Formsteine nicht wesentlich die Abmessungen der gewöhnlichen Ziegel; geht man zum Bau mit hohlen Baustücken über, so ist es lediglich Sache der praktischen Uebung und Erfahrung, bis zu welchen Größen man in der Herstellung der einzelnen Stücke gehen kann. — Und nicht blos Aufmerksamkeit und Geschicklichkeit in der Handhabung des Thones, in der Abwartung und Leitung des Trocken- und Brennprocesses schreiben hier die innezuhaltenden Grenzen vor; auch die Beschaffenheit des Thones, über welche man durch Zusätze, besondere Behandlung etc. nicht durchaus frei gebieten kann, spricht hierbei mit, so daß für andere Thonarten auch die Behandlung, sowie das durchschnittliche oder das Maximal-Größenformat geändert werden muß. Vollsteine können, auch wenn sie freiere Profile erhalten, ebenso wie gewöhnliche Ziegel, aus der Hand in Ziegelformen gestrichen werden, vorausgesetzt, daß das Profil ein glattes sei und keine weitere plastische Decoration trage. Es ist dann beim Trocknen nur darauf zu achten, daß in einspringenden Winkeln keine Risse entstehen; das Trocknen muß deshalb anfangs langsam vor sich gehen, und darf erst dann beschleunigt werden, wenn die Masse eine gewisse, durch Erfahrung zu ermittelnde Härte erlangt hat. —
Werden große Quantitäten desselben Formsteines gebraucht, so wird es vortheilhafter, dieselben durch Ziegelpressen herstellen zu lassen. Solche Ziegelpressen sind von verschiedener Art construirt worden und ist über deren Construction das Nähere in den Werken und Zeitschriften nachzulesen, welche speciell über Ziegelei handeln. — Hier sei im Allgemeinen nur erwähnt, daß diese Ziegelpressen gewöhnlich Combinationen von Thonschneidern und Thonwalzen sind. Bevor der zubereitete Thonstrang die Presse verläßt, erhält er durch ein vorgesetztes passendes Mundstück die verlangte Profilform und wird alsdann vermittelst eines besonderen Abschneideapparates mit Hülfe gespannter Drähte nach Bedürfniß zerschnitten. — Bei Vollsteinen, welche aus der Ziegelpresse hervorgehen, macht sich aber fast immer der Nachtheil geltend, daß die Thonmasse an den Rändern des Mundstücks (schon vermöge der hier stattfindenden Reibung) dichter wird als in der Mitte. In Folge dessen tritt leicht Werfen und Reißen ein, die Formsteine werden beim Trocknen schief und erhalten in der Mitte Risse. — Deshalb stellt man die profilirten Formsteine gern als Hohlsteine dar, versieht sie durch eine passende Einrichtung am Mundstücke mit mehreren durchgehenden Höhlungen, wobei jedoch die verbleibenden Thonwandungen und Stege in ihrer Dicke nicht zu bedeutend von einander abweichen dürfen, wenn nicht ebenfalls leicht Reißen eintreten soll. Solche Hohlsteine zeigen in ihrer Masse größere und gleichmäßigere Dichtigkeit; sie trocknen schneller und leichter aus, brennen schneller und fester und erlangen vollständig genügenden Widerstand gegen Druck. Was ihnen an Masse abgeht, wird durch größere Festigkeit der vorhan denen Masse ersetzt. —
Indessen wird es oft schwer, den Thonstrang so zu erhalten, daß er voll und rein das Profil des vorgesetzten Mundstückes darstellt. Die Thonmasse muß deshalb gleichmäßiger und sorgfältiger durchgearbeitet sein, als für gewöhnliche Ziegel, bedarf auch wohl einer etwas größeren Fettigkeit. — Die Mundstücke mit ihren häufig wechselnden Profilen stellt man gewöhnlich in der Thonwaarenfabrik selbst aus hartem Holze her, wobei die Wandungen, welche das Profil begrenzen, sehr glatt und sauber gefeilt werden müssen, sich gegen das Innere der Presse auch ein wenig erweitern, so daß der Thonstrang keilförmig gedrückt wird. — Das hölzerne Mundstück muß jedesmal vor dem Einspannen einige Zeit im Wasser liegen, die Profilwandungen werden dadurch schlüpfrig und üben geringeren Reibungswiderstand gegen den Thonstrang, welcher voll und glatt austreten muß. — Auch Beschlagen der äußeren Kopffläche des Mundstücks mit Zink- oder Messingblech erleichtert häufig das regelrechte Austreten des Thonstranges. — Das Mundstück ganz aus Eisen herzustellen, empfiehlt sich nur bei sehr großem Betriebe, d.h. wenn dasselbe Profil in einer sehr großen Anzahl von Steinen hergestellt werden muß. — Daß es sehr viel schwieriger ist, tief eingeschnittene Profile auf diese Weise herzustellen, als einfache Abfasungen, braucht kaum erwähnt zu werden. —
Es gehört oft lange Uebung und genaue Kenntniß der Eigenthümlichkeiten des verwendeten Thones dazu, um des Erfolges gewiß zu sein. — Deshalb zieht mancher Fabrikant vor, stark unterschrittene Profile in besonderen Formen aus freier Hand ausdrücken zu lassen. — Dies muß immer geschehen, wenn es sich nicht um einfach glatte Profile, sondern um plastisch hervortretende Formen auf der Oberfläche des Thonkörpers handelt, ebenso an Eck- und Kopfstücken glatter Profile. Und zwar muß alsdann die Form so eingerichtet sein, daß sie in einzelnen Stücken sich auseinander nehmen läßt. — Meistens werden diese Formen aus Gyps hergestellt und in der Thonwaarenfabrik selbst gefertigt. Die Gypsformen finden für alle Backsteinproducte, welche in ihrer Form über den glatt profilirten Formstein hinausgehen, vom einfachen Perlstabe bis zur complicirtesten Vase oder Akroterie, von der Reliefpalmette bis zur vollständigen menschlichen Figur in ziemlich gleicher Weise Anwendung. — Die Gypserwerkstatt spielt daher keine unwesentliche Rolle in der architektonischen Keramik. — Die Gypsformen müssen stark und widerstandsfähig sein, denn es bedarf eines kräftigen Druckes mit der Hand, um den Thon an allen Stellen gleich dicht einzupressen und die Thonwandung so herzustellen, daß keine hohlen Stellen bleiben und die einzelnen eingebrachten Lagen sich innig mit einander verbinden. Im Uebrigen brauchen die einzelnen Theile der Form nicht so klein zu sein, wie bei der Herstellung von Gypsabgüssen, — denn der geformte, noch feuchte Thon besitzt doch einige Elasticität, er verträgt eine geringe Bewegung bei dem Abziehen der Formtheile und nimmt nachher doch seine angewiesene Gestalt wieder an. —
Es braucht für die größeren Stücke, namentlich zu Architekturzwecken, auch nicht der feinste Gyps verwendet zu werden, denn eine zu glatte Oberfläche der Baustücke ist überflüssig und durchaus nicht erwünscht. — Dagegen muß gehörige Erhärtung des Gypses stattfinden, um schneller Abnutzung vorzubeugen. — Man nimmt gewöhnlich an, daß dieselbe Gypsform höchstens 100mal gebraucht werden kann, — alsdann erscheinen die Kanten schon stumpf und unansehnlich, besonders wenn die Thonmasse, welche eingedrückt wird, viel scharfkörnige Beimischung enthält. — Ungünstig für das Formen aus Gyps sind sehr schmale und tiefe Einschneidungen des Modelles, da diese in der Gypsform als erhöhte Kanten vortreten, welche leicht abgebrochen werden können. — In die Gypsformen wird die vorher gehörig vorbereitete Thonmasse mit der Hand eingestrichen und es ist dabei zu beobachten, daß sämmtliche Wandungen annähernd gleiche Stärke erhalten, damit sie gleichmäßig schnell austrocknen. Der innere Raum bleibt hohl und eine Seite muß offen gehalten werden als Zugang für die Hand des Formers. — Dies läßt sich bei Architekturstücken fast immer durchführen, verbietet sich aber bei allseitig geschlossenen Figuren, Akroterien etc. Für diese muß die Form aus zwei Hälften bestehen, welche genau auf einander passen und aneinander gepreßt werden, nach dem beide Hälften mit Thonmasse ausgeformt sind.
Kommen tiefe Unterschneidungen vor, welche es erschweren, den ganzen Gegenstand aus einer Form herzustellen, so fertigt man für die vom Ganzen leicht ablösbaren Theile besondere Formen und setzt die ausgeformten Stücke an den ausgeformten Haupttheil nachträglich an. Gewöhnlich geschieht dies erst, nachdem der Trockenproceß bis zu einem gewissen Stadium gediehen ist; als Bindemittel dabei dient weicher Thonbrei (Schlicker) und nur bei sehr kurzer Masse, wie Porzellanerde, genügt ein bloßes Anfeuchten der Berührungsflächen, die Verbindung stellt sich dann durch Ansaugen der angefeuchteten Masse her. — Das Anschlickern muß mit großer Sorgsamkeit bewirkt werden, damit im Brande die Verbindung sich nicht wieder lockere.
In der Gypsform bleibt die eingeformte Masse kürzere oder längere Zeit, (bei kleinen Gegenständen wenige Minuten, bei großen, geschlossenen Figuren einige Tage) stehen; der poröse Gyps nimmt einen Theil der Feuchtigkeit aus dem Thone auf, dieser zieht sich ein wenig zusammen und es erfolgt nun eine leichte Ablösung des Thones von den Wandungen der Gypsform. — Alsdann überläßt man den geformten Gegenstand bei mäßiger Wärme dem Austrocknen. — Es ist dabei besondere Vorsicht nothwendig, damit kein Werfen und Reißen eintrete, und die Vorsichtsmaaßregeln müssen mit der Größe der Gegenstände gesteigert werden. — Kommt die Masse zu weich aus der Form, so tritt die Gefahr des Deformirens durch das eigene Gewicht ein; schon deshalb müssen größere Gegenstände stärkere Thonwandungen erhalten, auch in der Form selbst härter werden. — Wenn möglich, legt man solche größeren Stücke zuerst auch auf eine breitere Seite, so daß das eigene Gewicht weniger in Wirksamkeit tritt. — Von größestem Einflusse aber ist es, ein gleichmäßiges Austrocknen zu erzielen. Das Verdunsten des Wassers beginnt an den Oberflächen und wird fortgesetzt durch diese vermittelt. An den Stellen, welche einem stärkeren Luftzuge ausgesetzt sind, geht das Trocknen rascher vor sich, daher an den äußeren Oberflächen schneller, als an den dem Hohlraume zugewandten inneren Flächen. — Um die Wirkung einigermaaßen auszugleichen, ist es erforderlich, wenigstens vortheilhaft, an passenden Stellen Löcher, wo möglich einander gegenübergestellt, anzubringen, um Luftwechsel auch in dem Hohlraume herzustellen. Vor Allem aber ist es nöthig, in dem Trockenraume jeden Luftzug zu vermeiden, durch welchen einzelne Flächen des trocknenden Gegenstandes berührt werden. Es ist in diesem Falle Werfen und Reißen kaum zu verhindern.
Zuerst trocknen und schwinden naturgemäß die vortretenden Ecken und Kanten, am wenigsten die einspringenden Winkel. — In einem gewissen mittleren Stadium der Erhärtung findet am leichtesten Trennung statt, — die Erhärtung ist dann noch nicht zu genügender Widerstandsfähigkeit gegen Zerreißen vorgeschritten, und die Plasticität, welche sowohl ein Zusammendrücken als ein Ausdehnen in gewissen Grenzen zuläßt, ist bereits verloren. — In diesem Stadium bleibt die Masse in den einspringenden Winkeln noch, wenn die mehr vortretenden Theile sich bereits stärker zusammen gezogen haben, und dann findet sehr leicht ein Reißen in diesen Winkeln statt. — Um dieses zu vermeiden, legt der Former gern feuchte Thonwulste in diese Winkel, um sie noch längere Zeit in weicherem Zustande zu erhalten; dann giebt der Thon daselbst der Spannung nach, ohne zu zerreißen, und folgt im Austrocknen nach, während das Schwinden der vortretenden Theile in der Hauptsache vollendet ist. — Gerade Kanten, wie sie an Baustücken gewöhnlich vorkommen, ziehen sich beim Trocknen und Schwinden leicht krumm, werden aber in der Vollendung des Trockenprocesses wieder gerade, sofern sie entsprechend richtige Behandlung erfahren. — Hierauf muß die Aufmerksamkeit des Formers beständig gerichtet sein, er muß das Baustück rechtzeitig umwenden, in anderer Weise außtellen, freischwebend vortretende Theile durch untergesetzte Thonwülste (welche ebenfalls schwinden) unterstützen und darauf achten, daß das eigene Gewicht der Masse benutzt werde, um die vorgeschriebene Form zu erhalten.
Hier ist auch des Schwindemaaßstabes Erwähnung zu thun. Die Volumverminderung vom feucht-plastischen Zustande des Thones bis zum vollständigen Erhärten an der Luft findet bei den verschiedenen Thonen in ungleichem Maaße statt. — Sehr fette Thone schwinden am stärksten, je kürzer und magerer der Thon, desto geringer die Volumverminderung. — Im Allgemeinen hält sich dieselbe zwischen 8 bis 12 Procent der Längenmaaße. — Da nun meistens für die fertig gebrannten Gegenstände bestimmte Abmessungen vorgeschrieben werden, so muß der Anfertigung der Formen ein der zu erwartenden Schwindung entsprechen der vergrößerter Maaßstab, der Schwindemaaßstab zu Grunde gelegt werden. — Jede Thonwaarenfabrik muß denselben nach der Besonderheit ihres Materials durch Versuche feststellen und es ist dabei selbstredend neben der Schwindung des Trocknens auch diejenige des Brennens zu berücksichtigen. — Die Ermittelungen für diesen Zweck müssen mit großer Sorgfalt angestellt werden und ebenso bedarf die Anwendung des Schwindemaaßstabes einer eingehenden Berücksichtigung der vorliegenden besonderen Verhältnisse. — Denn die Schwindung bleibt in der That nicht nach allen Richtungen hin dieselbe; sie ist in senkrechter Richtung stärker, als in horizontaler, weil in jener durch das Eigengewicht des noch feuchten Thones ein wenn auch geringes Sinken der Masse hinzugebracht wird. — Das zeigt sich ganz besonders an Säulen, welche nur in aufrechter Stellung getrocknet werden können. Das Sinken tritt dabei um so stärker zu Tage, je größer die absolute Höhe der aus einem Stück geformten Säule genommen wurde. — Das Schwindungsverhältniß ist ferner für jede Thonmischung ein anderes, muß daher für jede Thonmischung von Neuem festgestellt werden.
Nachdem der Trockenproceß bis zu einem gewissen Stadium gediehen ist, kann er ohne Nachtheil beschleunigt werden; jedoch ist auch dann eine gleichmäßige Vertheilung der Wärme und Fernhaltung einseitigen Luftzuges erforderlich. — Die geformten Gegenstände werden zu diesem Zwecke in besondere Trockenkammern gebracht, welche entweder besondere Heizungsvorrichtungen erhalten oder durch die aus den Brennöfen abgehende Wärme in höherer Temperatur erhalten werden. — Selbstverständlich darf dabei eine zweckentsprechende Ventilation nicht fehlen, um die entwickelten Wasserdünste abzuführen. Bevor die geformten Gegenstände jedoch in die Trockenkammern gebracht werden, und sobald die Thonmasse so weit getrocknet ist, daß der Thon lederhart geworden, d.h. einem starken Drucke der Hand noch einigermaaßen nachgiebt, müssen sie nachgeputzt, retouchirt werden. — Ist das Formen regelrecht erfolgt, so besteht dies blos darin, daß die Formnähte, d.h. die nahtartigen Erhöhungen, welche der in die Zwischenräume der Formtheile eingedrungene Thon bildet, mit einem Spachtel sorgsam abgestoßen werden. — Ein Ueberarbeiten der übrigen. Fläche, Glätten derselben ist nicht erforderlich und ein Abschaben der Oberfläche sogar schädlich, und deshalb grundsätzlich zu vermeiden. Denn bei dem Eindrücken in die Form wird die Thonschicht unmittelbar an den Wandungen der Form am dichtesten, weil hier der stärkste Druck ausgeübt wird, es bildet sich außerdem hier eine Formhaut, ganz entsprechend der Gußhaut im Metallgusse, und aus ähnlicher Veranlassung. In beiden Fällen ist es die schnellere Erhärtung, welche die größere Dichtigkeit hervorruft, im Metallgusse durch schnellere Abkühlung, in der Gypsform durch schnellere Aufsaugung der Thonfeuchtigkeit. — Wird diese Formhaut zerstört, abgezogen, dann erscheint die Oberfläche poröser und rauher, saugt nach dem Brennen leichter Feuchtigkeit auf und verliert an Wetterbeständigkeit, abgesehen davon, daß durch eine ungeschickte Hand die Feinheiten der Modellirung leicht zerstört werden. — Durch die Formhaut erhält dagegen die Oberfläche häufig einen leisen Anhauch von Glanz, der im Brande kräftiger hervortritt und sehr günstige Wirkung ausübt.
Mit dem Modellirholze nachzuarbeiten sieht man sich nur dann genöthigt, wenn ein Stück in den Kehlungen oder Verkröpfungen zu reißen beginnt. — Dann muß man, wenn das Stück nicht wieder in den Thonklumpen geschlagen werden soll, die gerissene Stelle kräftig eindrücken und mit frischem Thone die Wunde ausfüllen, die äußere Form nachmodelliren. — Ist das Reißen nur eine Folge zufälliger mangelhafter Behandlung gewesen, lag es nicht in der Zusammensetzung der Thonmasse begründet , dann ist ein Stück durch solches Nachmodelliren häufig noch zu erhalten.
Der Gebrauch der Drehscheibe ist nicht ganz ausgeschlossen. Runde Gegenstände, wie Medaillons etc. werden oft auf der Drehscheibe mit Hülfe besonderer Profilschablonen hergestellt, ebenso kleinere glatte Gefäße. — Sind die Massen aber zu groß, dann beschränkt man (für Vasen etc.) die Thätigkeit der Drehscheibe gern auf ein Nachdrehen der geformten und bis zur Lederhärte getrockneten Objecte, — indem man die Ungleichheiten, welche während des Trocknens entstanden sind, dadurch beseitigt. — Die Fonnhaut wird alsdann allerdings zerstört, indessen besitzt man in der Drehscheibe selbst wieder das Mittel, eine Art von Politur der Oberfläche zu geben. — Hieran möge sicheine kurze Bemerkung über die Behandlung der Säulenschafte aus Thon schließen. — Gern stellt man diese aus einem Stück her; aber selten gelingt es, während des Trocknens das Schwinden ganz gleichmäßig zu bewahren; meistens werden die Säulen dabei gekrümmt und schief, so daß es nicht rathsam ist, die Cannelirungen mit anzuformen. — Man giebt vielmehr den Anlauf und Ablauf der Cannelirungen unten und oben in der Form an und formt im Uebrigen den Säulenschaft mit einem Thonmantel. — Nachdem die ausgeformte Säule gehörig getrocknet, wird sie abgedreht, so daß die vorgeschriebene Entasis überall dargestellt ist, — alsdann werden die Rinnen der Cannelirung eingehobelt und die Kanten sorgfältig scharf hergestellt. — Größere cannelirte Säulenschafte zu fertigen, gehört zu den schwierigsten Aufgaben der architektonischen und plastischen Keramik. — Selbstverständlich ist, daß für solche Zwecke der Thon klar und rein sein muß, daß die magernden Zusätze, um das Hobeln zuzulassen, sehr feinkörnig sein müssen.
Bisher wendete man meistens einen ziemlich fetten und nur wenig mit Magerungsmitteln künstlich versetzten Thon an, oder die Fabriken von Thonwaaren für Zwecke der Architektur entwickelten sich allmälig aus Ziegeleien, welche zufällig in der Nähe ganz besonders geeigneter Thonlager entstanden waren, und man beschränkte sich auf die Verwendung dieses Thones. — Bei der weiter vorschreiten den Entwickelung dieses Zweiges der Technik stellte sich aber bald heraus, daß man sicherer und mit besserem Erfolge arbeitet, wenn mehrere Thonarten verschiedenen Charakters, welche sich dann meist auch an ganz verschiedenen und oft weit von einander entfernten Lagerstellen vorfinden, zur Formmasse mit einander gemischt werden. Bei der Verwendung nur einer Thonsorte, welche gewöhnlich nur soweit gemagert wird, als durchaus nothwendig erscheint, um die Gefahr des Werfens und Reißens zu vermindern, werden in der Regel die Formen ganz hohl hergestellt, und wenn es nöthig erscheint, an einzelnen größeren Stücken im Inneren Stege von Thon einzuformen, um dem noch weichen Gebilde im ersten Stadium des Trocknens einige Standfestigkeit zu geben, so werden diese doch später wieder beseitigt, weil sie im weiteren Verlauf des Trockenprocesses leicht Veranlassung zum Reißen und Werfen geben.
Es liegt aber auf der Hand, daß bei solchem Verfahren die innezuhaltende Größe der Baustücke eine beschränktere sein muß, weil es große Schwierigkeiten verursacht, größere Wandungen gerade und in richtiger Form zu erhalten. — In einigen bedeutenderen Fabriken hat man deshalb einen anderen Weg eingeschlagen, welcher freilich angestrengtere Aufmerksamkeit und vielfältiges Probiren erfordert, um für verschiedene Thonmischungen Anwendung zu finden. — Namentlich die Thonwaarenfabrik zu Lauban ist mit dieser Methode vorangegangen, welche vortreffliche Resultate liefert und allgemein eingeführt zu werden verdient. — Sie besteht darin, daß man Mischungen aus fetten Thonen soweit mit magernden Substanzen, — am besten gemahlenen gebrannten Thonscherben — versetzt, als zulässig erscheint, um noch genügende Plasticität zu wahren. — Alsdann werden die Wandungen aus zwei verschiedenen Thonmischungen geformt; zuerst verwendet man eine feinere, etwas fettere, auch mit feinkörnigerem Zusatze versehene Masse, und formt mit dieser 7-10 mm stark die äußeren Flächen aus; — dann verstärkt man die Wandungen mit einer mehr gemagerten, grobkörnigeren Zusatz enthaltenden Masse bis zur erforderlichen Dicke. Es kommt demnach eine feinere Obermasse und eine gröbere Untermasse in Anwendung. — Aus der Untermasse setzt man dann noch besondere Stege nach einer oder nach mehreren Richtungen in 10-20 cm Abstand von einander in die Hohlräume ein, um dem Körper genügende Steifigkeit zu geben. — Diese Stege, welche in größeren Hohlkörpern zu einem vollständigen Zellensysteme zusammengesetzt werden, bleiben auch während des Brennens und tragen wesentlich zur Festigkeit des Ganzen bei. — Der Unterschied in der Zusammensetzung der Ober- und Untermasse darf nicht so bedeutend sein, daß die Schwindung in beiden eine sehr verschiedene ist, namentlich darf die Obermasse nicht zu fett sein, sonst erhält dieselbe, indem sie stärker schwindet, als die Untermasse, zahlreiche Risse. Ebenso darf sie im Trocknen und Brennen sich nicht von der Untermasse ablösen; es muß das Einformen daher so stattfinden, daß ein wenn auch unregelmäßiges zahnförmiges Eingreifen beider Lagen in einander stattfindet. —
Die Untermasse aber muß etwas magerer und grobkörniger sein; sie wird dadurch poröser und trocknet schneller aus, und dies ist nothwendig. — Denn aus der Obermasse wird zunächst ein Theil der Feuchtigkeit von der porösen Gypsmasse der Form aufgesogen; nachdem die Formhülle aber entfernt ist, trocknen die an freier Luft stehenden Oberflächen schneller aus, als die den inneren Hohlräumen zugewandten Flächen, an denen ein ebenso starker Luftwechsel nicht hervorzubringen ist. — Halten nun die inneren Flächen vermöge größerer Porosität den Wassergehalt der Thon-Wandungen weniger fest, so wird im Trocknen der äußeren und inneren Flächen eine größere Gleichmäßigkeit herbeigeführt, die Gefahr des Reißens und Werfens wird verringert, die Sicherheit der Production erhöht, und zugleich die Möglichkeit gegeben, auch größere Gegenstände ohne übergroße Schwierigkeit herzustellen. — Es darf dabei aber nicht verschwiegen werden, daß die Zubereitung und Mischung der Formmasse sehr sorgsam geschehen, daß das Zusammenstimmen der Ober- und Untermasse sehr vorsichtig ausprobirt werden muß, daß bei jeder veränderten Thonmischung diese Proben von Neuem angestellt werden müssen. — Sind diese Vorstadien aber glücklich überwunden, dann zeigt sich die gesammte Fabrikation in hohem Grade erleichtert. — Auch darin behauptet diese Methode einen besonderen Vorzug, daß nur die Obermasse in Bezug auf die Farbe — worüber unten Näheres — abgestimmt zu sein braucht, die Untermasse in dieser Beziehung ganz neutral bleibt. — An der Oberfläche der Obermasse ist von der körnigen Beimischung kaum eine Spur zu entdecken, der plastische Thon wird durch den Druck des Formers so zwischen die Wandung der Form und die unplastischen Körnchen gedrängt, daß auf der Oberfläche nur die Thonmasse in ununterbrochenem Zusammenhange erscheint. — Die inneren Flächen aber erscheinen grobkörnig und porös, wie eine Chamottemasse.
Die Verwendung magerer, körniger Massen erreicht den höchsten Grad in der Herstellung der jetzt überall verbreiteten porzellanartigen Fliesen, welche aus der Fabrik von Villeroy & Boch zu Mettlach hervorgehen. — In dieser sind die körnigen Massen, gemahlene Thonscherben und zerpochte Steinmassen, vor der Thonmasse vorherrschend. Letztere bildet in der That nur den Kitt zwischen den ersteren, und um den Zusammenhalt im ungebrannten Zustande herzustellen, ist die Anwendung eines sehr starken Druckes erforderlich. Dieser kann nicht mehr durch die Hand des Formers ausgeübt werden, sondern die Masse wird als ein nur wenig angefeuchtetes Pulver in kräftige eiserne Formen gebracht und daselbst mittelst starker hydraulischer Pressen zusammen gedrückt. — Dadurch erhält die Masse von vornherein eine außerordentliche Festigkeit und Dichtigkeit, die durch den Brand derart gesteigert wird, daß Fußbodenfliesen daraus fast gar keine Abnutzung zeigen. Ebenso wird das Schwinden auf ein Minimum zurückgeführt, einmal wegen des geringeren Gehaltes an plastischer, dem Schwinden unterworfener Masse, dann auch, weil die kleinen Hohlräume, welche im plastischen Thone durch das zugesetzte Wasser ausgefüllt werden, fast gar nicht vorhanden sind oder durch den Druck der hydraulischen Presse beseitigt werden. — Der Thon in der Mischung der Fliesenmasse wird nicht in plastischem Zustande verwendet, sondern mit viel geringerem Wassergehalt. Indessen erfolgt die Formgebung hierbei auch nicht durch Hülfe der Plasticität, sondern durch den starken Druck, welcher die Plasticität ersetzt; — ein größerer Wassergehalt würde, da eben bedeutende Dichtigkeit verlangt wird, schädlich sein, indem das Wasser der Presse bedeutenden Widerstand leisten und das Zusammenpressen der Masse selbst verhindern würde. Andererseits läßt sich ein so starker Druck, wie derselbe hier angewendet wird, nur nach einer Richtung hin ausführen, derselbe ist daher für Hohlformen nicht anwendbar, sondern nur für einfache plattenförmige Körper, und dadurch wird diese Methode in sehr enge Grenzen eingeschränkt. — Uebrigens zeigen auch diese Mettlacher Fliesen eine feinere Obermasse und eine grobkörnige Untermasse, welche letztere im Bruche viel Aehnlichkeit mit den körnigen plutonischen Gesteinen hat, denen sie in der Härte auch nahezu gleichkommt.
Die technische Herstellung des Backsteins.
c. Das Brennen der ThonwaarenObgleich hier nur vom Brennen der Backsteine die Rede sein soll, mochten doch, zuvörderst einige allgemeine Bemerkungen über das Brennen des Thones am Platze sein. Der Thon ist bekanntlich ein wasserhaltiges Thonerdesilicat, in reinem Zustande unschmelzbar und von weißer Farbe. — Ganz rein kommt er jedoch fast nirgends in der Natur vor, und auch die Lager fast reinen weißen Thones sind sehr selten. — Indessen bedürfen die letzteren ebenfalls eines sehr hohen Hitzegrades zum Schmelzen und heißen deshalb feuerfeste Thone, welche sehr hoch geschätzt werden und zu wichtigen technischen Zwecken dienen, einerseits zur Herstellung von Feuerungsanlagen und Schmelzticgeln, welche hohe Hitzegrade auszuhalten haben, andererseits zu den feinsten keramischen Producten, Porzellan und Steingut. — Die Töpfer- und Ziegelthone sind stets mit fremden Substanzen verunreinigt, und diese Beimischungen bewirken fast sämmtlich zugleich eine bestimmte Färbung, und eine gewisse Schmelzbarkeit des Thones. — Von der ersteren wird weiter unten die Rede sein, während uns hier zunächst das Brennen der Thonwaare beschäftigen soll.
Durch die Glühhitze wird dem Thon das Hydratwasser entzogen, auch geht dadurch seine Plasticität verloren, so daß gebrannter Thon niemals wieder plastisch werden kann. — Sind dem Thone Alkalien, Erden, Metalloxyde beigemischt, wie fast immer der Fall, so bilden sich in hoher Temperatur zwischen diesen und dem Thone bisilikatische Verbindungen, welche in Glasfluß übergehen und dadurch das Schmelzen der ganzen Masse herbeiführen. — Von den am häufigsten vorkommenden derartigen Beimischungen des Thones, dem Kalk, (kohlensauer und schwefelsauer), dann den Eisenoxyden, häufig auch beiden zugleich, ferner Kieselerde, Mangan etc. — begünstigt am meisten den Schmelzproceß der Kalk, weniger das Eisenoxyd, während Kieselerde, wenn in reichem Maaße vorhanden, den Thon nur mager macht, zur Schmelzung aber sehr wenig beiträgt. Reine Kieselerde ist für sich allein ebenfalls unschmelzbar, trotzdem dient eine Beimischung derselben dazu, feuerfesten Thon etwas leichter schmelzbar zu machen. — So sind viele Porzellanerden in ungeschlämmtem Zustande, also mit reichlicher Quarzbeimischung, sehr viel leichter schmelzbar, als nach dem Schlämmprocesse welcher den Sandzusatz entfernt.
Die Schmelzbarkeit des Thones beansprucht indeß noch in anderer Weise unser Interesse in hohem Grade, indem sie die Wetterfestigkeit des Backsteines bedingt. — Durch Glühhitze geringeren Grades wird die Thonmasse fest und hart, so daß sie einen ziemlich bedeutenden Druck ertragen kann. — Dies reicht in warmen Ländern, welche keinen Winter mit Eis und Schnee kennen, für Bauzwecke vollkommen aus. — Im Norden aber, wo heftiger Frost oft Wochenlang andauert, um dann häufig mit Thauwetter zu wechseln, genügt ein leichteres Brennen des den Witterungseinflüssen ausgesetzten Backsteins nicht mehr. — Das Wasser, welches in die Poren des Steines einzieht, dehnt sich im Froste aus und zersprengt den Stein, wenn derselbe nicht eine sehr hoch gesteigerte Festigkeit besitzt. — Diese aber wird im Backstein erreicht, sobald der Brennproceß so weit geführt wurde, daß Schmelzung, wenigstens an der Oberfläche, beginnt. — Die Poren werden dadurch geschlossen, so daß Wasser nur sehr wenig eindringen kann, und die Masse erhärtet so bedeutend, daß sie dem Drucke des gefrorenen Wassers zu widerstehen vermag. — Indessen darf die Sinterung eben nur beginnen, dann muß die Glut gemäßigt werden, damit nicht ein Deformiren, ein Zusammensintern stattfinde und im Schmelzen die Form verloren gehe. — Demgemäß ist es nothwendig, daß der zum Backsteinbau verwendete Thon schmelzbar sei, ein feuerfester Thon würde, abgesehen von seiner Kostbarkeit, ganz unzweckmäßig sein, weil er des ersten Erfordernisses, der Wetterbeständigkeit, entbehrt.
Das Brennen der Thonwaaren ist jedenfalls die schwierigste und unsicherste Operation in der gesammten keramischen Technik, es hat im ganzen Alterthume und im Mittelalter bis in die neueste Zeit auf keiner hohen Stufe der Ausbildung gestanden. Um der Macht des Feuers gebieten zu können, war die Kenntniß und Bewältigung der Naturkräfte erforderlich, welche erst in neuester Zeit errungen wurde, und gerade die Construction der Brennöfen für Thonwaaren läßt auch heutigen Tages noch viel zu wünschen übrig, — die hiefür gestellte Aufgabe ist noch keineswegs vollständig gelöst.
Im Alterthum, als die gesammte Cultur sich in wärmeren Landstrichen entwickelte, verarbeitete man vorzugsweise leicht schmelzbare Thone und auch diese wurden schwach gebrannt. — Man bedurfte eben, begünstigt durch das milde Klima, des schärferen Brandes nicht. — Die griechischen Gefäße und architektonischen Terracotten erscheinen sehr leicht gebrannt, häufig fast nur geröstet, um einen Wachsüberzug gehörig tief in die poröse Thonmasse eindringen zu lassen. — Wie die Brennöfen der Alten construirt waren, ist uns unbekannt, wahrscheinlich aber vermochte man darin überhaupt keine hohen Hitzegrade zu erzielen.
Die Brennöfen unserer deutschen Altvorderen, in denen die Ziegel schärfer gebrannt werden mußten, mögen keine andere Gestalt gehabt haben, wie die Ziegelöfen für Holzbrand, welche gegenwärtig noch allgemein in Landziegeleien angetroffen werden: meilerartige Anhäufungen von Ziegeln, umschlossen von 4 dicken Mauern, oben entweder offen oder mit einem einfachen Tonnengewölbe überdeckt, in welchem zahlreiche Löcher für den abziehenden Rauch angebracht waren. Es ist in diesen Oefen nicht wohl möglich, den gesammten Inhalt gleichmäßig durchzubrennen; nahe den Feuergassen werden die Ziegel zu Klinkern gebrannt, dicht unter dem Gewölbe erreichen sie nicht genügende Gare und sind dann am Aeußeren der Gebäude nicht wohl zu verwenden.
Ebensowenig günstige Resultate erreicht man im liegenden Töpferofen, welcher ebenfalls seit uralten Zeiten seine Form beibehalten zu haben scheint. — In diesem, welcher verhältnismäßig viel Brennmaterial verbraucht, verbrennt sehr leicht die Waare, welche der Flamme zunächst, unmittelbar hinter dem Ständer, aufgestellt ist. — Für solche Gegenstände, welche bereits vor dem Brennen größeren Aufwand an Mühe, Zeit und Kosten verursacht haben, muß der Ofen so eingerichtet sein, daß der Brand möglichst weitgehende Sicherheit für das Gelingen gewährt, und daß die Kosten des Brandes in angemessenem Verhältnisse zu dem Werthe des Brenngutes stehen. — Der Ofen muß daher möglichst durchweg gleichmäßig starkes Feuer erhalten, so daß man ihn mit passender Waare vollständig anfüllen kann, daß man nicht genöthigt ist, die besseren Waaren nur an bestimmte Plätze zu stellen, den übrigen Raum aber mit Waare von geringerem Werthe auszufüllen. — Vollständig genügt diesen Ansprüchen noch kein einziger der bis jetzt construirten Oefen, man muß sich daher mit denjenigen Constructionen begnügen, welche annähernd das Verlangte leisten. Handelt es sich um ein Brenngut, welches sich von den gewöhnlichen Ziegeln nur wenig unterscheidet, wie um glattprofilirte volle Formsteine, so können diese allerdings im gewöhnlichen Ziegelofen gebrannt werden, erhalten daselbst den besten Platz und werden mit gewöhnlichen Ziegeln umstellt, d.h. gegen wilde Einflüsse des Feuers geschützt, — Auch mit größeren, hohlen Baustücken kann man auf diese Weise verfahren, sie vollständig mit Ziegeln gewöhnlichen Formates einbauen. — Aber die Herstellung der Baustücke bleibt dann ein Anhängsel der Ziegelfabrikation, kann nur in sehr geringem Umfange betrieben werden und entbehrt der Selbständigkeit eines eigenen Fabrikationszweiges, deren sie bedarf, um zur Vollkommenheit zu gelangen. — Selbst die fabrikmäßige Herstellung besonderer, sauber gestrichener und gerichteter Verblendesteine gedeiht nicht als Anhang einer Massenziegelfabrikation, viel weniger die Production feinerer Terracotten.
Auch der von Hoffmann und Licht construirte, neuerdings in mancherlei Variationen ausgeführte Ringofen eignet sich wenig zum Brennen von Formsteinen und Baustücken, denn auch in diesem findet eine gleichmäßige Vertheilung des Feuers nicht statt. — Die Ziegel, welche die senkrechten Schürschachte umgeben, werden in so starke Glut versetzt, daß sie meistens schmelzen, und feinere, sowie größere Terracotten müssen mit gewöhnlichen Ziegeln umstellt, geschützt werden, das Brennen derselben bleibt daher auch hier Nebensache.
Um vorzugsweise Formsteine etc. brennen zu können, muß deshalb der Brennofen eigens dazu construirt werden. — Günstige Resultate erreichte man in dieser Beziehung durch Anwendung des Etagen-Porzellan-Ofens mit aufsteigender Flamme und ringsum vertheilten Feuerungen; noch bessere durch Anwendung des runden Flammenofens mit niedersteigender Flamme und Rauchabzug in der Sohle nach einem hohen Schornsteine. — Die Vertheilung der Glühhitze zeigt sich in solchen Oefen viel gleichmäßiger, die Wirkung ruhiger, wenn auch in unmittelbarer Nähe der Feuerungen höhere Hitzegrade nicht zu vermeiden sind, gleichzeitig läßt sich die Gluth sehr hoch steigern. Auch mit dem Gasbrennofen sind trotz der Neuheit derartiger Einrichtungen bis jetzt bereits sehr günstige Erfolge erzielt worden. — Die Gasflamme giebt einen außerordentlich reinen Brand — Flugasche ist selbstredend gänzlich beseitigt, und die Möglichkeit, den Zutritt des Brennstoffes sowohl, wie der Brennluft voll ständig nach Bedarf reguliren zu können, erhöht die Sicherheit des Betriebes ganz bedeutend. Es ist auch wohl mit Sicherheit anzunehmen, daß durch weitere Vervollkommnung dieses Brennsystems die gesammte Backsteinindustrie einer durchgreifenden Reform entgegengeht. — Unmittelbar an den Ausströmungsöffnungen des brennenden Gases ist die Glut freilich außerordentlich stark und daselbst ein sehr kräftiger Schutz gegen deren Wirkung erforderlich, aber im Uebrigen läßt sich eine ziemlich weitgehende Gleichmäßigkeit der Glühhitze erreichen, sobald das Feuer zweckmäßig geleitet wird; — der gesammte Ofenraum ist dann fast wie eine Muffel anzusehen, in welche nur die Glut, nicht aber die Flamme selbst eindringt. Den angedeuteten Schutz gegen die zu starke Wirkung der Gasflamme erreicht man dadurch, daß man die Fabrikation von Chamottesteinen mit der der Formsteine in angemessener Weise verbindet, daß man den Ausströmungen zunächst einige Lagen ungebrannter Chamottesteine einsetzt, von denen die schärfste Glut aufgenommen und die Hitze gleichmäßig vertheilt wird. —
Die Chamottestein-Fabrikation bleibt dabei übrigens vollständig eine untergeordnete, wenn auch obligate Nebenproduction, so daß die Herstellung der Terracotten Hauptsache bleibt. — Bemerkt muß indessen hierbei werden, daß der Gasbrand sich zur Anwendung nicht eignet, sobald der zu brennende Thon sehr leicht in Fluß übergeht; zur gewöhnlichen Töpferei, zum Brennen von Ofenkacheln, welche aus einem stark kalkhaltigen Thone hergestellt werden, kann er deshalb nicht benutzt werden; desto vortheilhafter zeigt er sich, wie für Porzellan und Steingut, so auch für größere Terracotten. — Denn auch die letzteren stellt man mit viel größerer Sicherheit und besserem Erfolge aus einem schwerer schmelzbaren Thone dar, — wie Erfahrung und Betrachtung gleichmäßig bestätigen. —
Ist es in unserem Klima Erforderniß, den Thon bis zum ersten Beginn des Schmelzens, der Sinterung zu brennen, so muß auch mit Sorgfalt darauf geachtet werden, daß der Glühprozeß dieses Stadium nicht überschreite, damit nicht vollständige Sinterung, nicht Deformation des gebrannten Gegenstandes eintrete. — Zwischen dem Beginn der Sinterung und dem vollständigen Zusammensintern liegt aber ein Zwischenraum, sowohl dem Hitzegrade als der Zeit nach, welcher bei den leicht schmelzbaren Thonen kleiner, bei den feuerbeständigeren größer ist. — Da es nun sehr schwer fällt, namentlich in einem grösseren Ofenraume, einen ganz bestimmten Feuergrad in engsten Grenzen festzuhalten, da es ferner immer einiger Zeit bedarf, um dasselbe Glühstadium gleichmäßig im Ofenraume und in einer dickeren Thonmasse zu vertheilen, so ergiebt sich daraus, daß ein Brand größere Sicherheit gewährt, sobald die demselben gesteckten Grenzen für die Höhe und die Dauer der Glut weiter von einander entfernt liegen. — Ein geringes Ueberschreiten des Anfangsstadiums der Sinterung ist dann, an sich unvermeidlich, bei schwerer schmelzbaren Thonen unschädlich, bei leicht schmelzenden verderblich. — Je größer daher die einzelnen Stücke hergestellt werden, desto feuerbeständiger muß die Thonmischung dazu genommen werden, und umgekehrt, je feuerbeständiger der Thon, desto größere Stücke können mit Sicherheit gebrannt werden. — Selbstverständlich aber sind hierbei bestimmte Grenzen inne zu halten, sowohl nach der einen, als nach der anderen Richtung; man wird eine gewisse durchschnittliche Größe der Baustücke nicht überschreiten, um sich nicht Schwierigkeiten von anderer Seite zu bereiten, man wird ebenso die Feuerbeständigkeit nicht zu weit treiben um nicht zu einer schwer erreichbaren Steigerung des Glühprocesses gezwungen zu sein. —
Die Volumverminderung, das Schwinden, welches wir beim Trocknen des Thones beobachtet haben, dauert, wie bereits bemerkt, auch während des Brennens fort und muß daher beim Schwindemaaßstabe berücksichtigt werden. — Es findet in geringerem Maaße bei schwächerem Feuer statt, verstärkt sich aber mit dem Eintreten des Sinterungsprocesses. — Dieser letztere bildet in der That den Uebergang aus dem festen in den flüssigen Zustand; der Thon, indem er schmilzt, füllt die kleinen Hohlräume innerhalb der Masse aus, indem der Umfang der letzteren sich vermindert. — Auch im Brande zeigt sich demgemäß der große Vortheil einer Beimischung körniger, unplastischer, schwerer schmelzbarer Masse. — Einerseits wird dadurch der Formthon poröser und nimmt die Hitze leichter auf, brennt schneller durch, — andererseits bildet die körnige unplastische Masse eine Art festen Gerippes, welches dem Zusammensintern weniger ausgesetzt ist, weil die schmelzende Thonmasse in den Zwischenräumen durch die Reibung verhindert wird auszufließen, dagegen erweicht und in diesem Zustande die Körner nur fester mit einander verbindet. — Auch im Brande schwinden daher die körnig gemagerten Thonmassen weniger und erhöhen auf diese Weise die Sicherheit der Fabrikation. Bedingung ist dabei immer, daß die körnige Beimischung nicht früher in Schmelzung übergehe, als der Thon selbst, indessen braucht sie auch nicht absolut feuerbeständig zu sein, es ist sogar vortheilhaft, wenn sie bereits gesintert ist oder wenigstens völlige Wetterfestigkeit besitzt. — Gebrannte Thonscherben derselben Art, welche die Masse bilden, zu verwenden, kann durchaus empfohlen werden, denn es ist eine bekannte Beobachtung, daß derselbe Thon durch mehrmaliges Brennen feuerbeständiger wird. Der Schmelzpunkt bereits gebrannter Scherben liegt daher höher als derjenige des frischen Thones von derselben Art. —
Aus dem vorstehend Mitgetheilten wird als sicheres Ergebniß hervorgehen, daß für die Herstellung von Formsteinen und Baustücken wesentlich andere Bedingungen vorliegen, als für die gewöhnliche Ziegelfabrikation, daß es sich also nicht etwa blos um eine verfeinerte Ziegelei handelt, sondern um eine für sich bestehende, eigenartige Technik. — Denn nicht nur die Thonmischungen müssen andere sein, als für die Ziegelei, auch das Verfahren des Formens ist ein völlig abweichendes, ebenso sind für die Brennöfen andere Einrichtungen nöthig. — Noch auffälliger aber wird dies bestätigt durch die nachfolgende Betrachtung, welche die Farbengebung des Backsteines zum Gegenstande haben soll und mit welcher wir die Betrachtungen über das Praktische der Backsteinbereitung abschließen können.
Die technische Herstellung des Backsteins.
d. Farben des Backsteines.Die Farben des ungebrannten Thones haben keinen Reiz für das Auge, sie sind meistens stumpf und unrein; nur die reinsten Thonarten zeigen auch vor dem Brande weiße Farbe, die meisten Beimischungen aber, mit Ausnahme des Kalkes, welcher ebenfalls häufig weiß auftritt, geben dem Thone eine fahle Erdfarbe. Organische Beimischungen (Kohle) färben grau, braun bis schwarz, Eisen, das gewöhnlichste Färbemittel, erzeugt ein schmutzig gelbes oder roth braunes Aussehen.
Wird der Thon jedoch gebrannt, so verändert er sich in Bezug auf die Färbung ganz außerordentlich und es zeigen sich dann oft überraschend schöne Farbenspiele. Fast alle Färbungen mit Ausnahme der blauen Töne treten auf, es sind meistens warme Tinten, oft sehr rein und klar, jedoch nicht schreiend und grell, sondern weich und mild, oft verbunden mit einem nicht wohl zu beschreibenden, dem gebrannten Thone ganz allein eigenthümlichen feinen Lüster, welcher besonders bei schärferem Brande hervortritt. — Die verschiedenen Farben werden durch verschiedene chemische Beimischungen erzeugt, aber auch verschieden starker Brand bringt sehr erhebliche Veränderungen der Farben hervor. — Die Farbenscala des gebrannten Thones wechselt vom reinsten Weiß bis zum dunkelsten Braun — nur tiefes Schwarz muß meistens durch künstliche Zusätze hervorgebracht werden. — Dazwischen liegen unzählige Abstufungen vom hellsten Gelb, durch Orange und Roth hindurch, immer dunkler werdend, in tiefem Violett und Braun endigend. — Auch grüne Töne sind nicht selten, aber sie zeigen sich nur als Glasfluß in der Sinterung, sind unrein und unansehnlich.
Organische Substanz, welche den ungebrannten Thon dunkel färbt, verbrennt und bleibt meistens ohne Einfluß auf die Farbe des gebrannten Scherbens, so daß oft sehr dunkle rohe Thone in gebranntem Zustande weiß, gelb, roth erscheinen. — Kalk, Talk, Schwefel, sehr gewöhnliche Begleiter des Thones, üben für sich allein nur geringen Einfluß auf die Färbung aus, werden aber wichtig in Verbindung mit Eisen. — Das letztere ist die hauptsächlichste färbende Substanz im Thone, und der bekannte Ausspruch: "wenn die Natur malt, hat sie stets Eisen auf der Palette", gilt ganz besonders für die Farben des gebrannten Thones. — In keiner Färbung fehlt das Eisen. — Ist es nur in sehr geringer Menge dem Thone beigemischt, so wird der Backstein röth-lichgelb, bei stärkerem Zusatze roth bis hochroth. — Schwacher Brand läßt den eisenhaltigen Backstein hellroth erscheinen, stärkeres Feuer färbt ihn dunkler, zuletzt violett und die Schmelzung läßt ihn in Dunkelbraun und Schwarz übergehen.
Selten aber fehlt den gefärbten Thonen ein Gehalt an kohlensaurem oder schwefelsaurem Kalk. — Kalk allein giebt keine oder nur schwache gelbliche Färbung, welche in scharfem Feuer lebhaft gelb, in der Sinterung grünlich wird. — Aber Kalk und Eisen zusammen bewirken eigenthümliche Farbenwechsel. Ein Thon, welcher Kalk und Eisen gleichzeitig enthält, giebt in schwächerem Feuer rothe Steine; bei stärkerem Brande werden dieselben heller, werden gelb, sogar grau. — Es bildet sich dann eine farblose Verbindung von kieselsaurem Eisenoxyd mit kieselsaurem Kalk und kieselsaurer Thonerde, welche in höheren Feuergraden immer kräftiger sich geltend macht. — Die grünliche Farbe des Klinkers hat dem zu Oxydul reducirten Eisenoxyde ihr Dasein zu verdanken.
Dies sind normale Färbungen, welche aus der chemischen Zusammensetzung des Thones sich ergeben. Aber es treten auch manche scheinbar abnorme Färbungen auf, beispielsweise die sehr häufige, auffallende Erscheinung, daß das Brenngut, welches gelb aus dem Ofen kommen soll, flammige Streifen und Flecke von rother und in schärferem Brande von violetter Farbe zeigt. — Aufmerksame Beobachtung läßt erkennen, daß solche Flecke und Streifen nur da entstehen, wo die Flamme anleckte, und daß sie häufig nicht den ganzen Scherben durchdringen, sondern sich nur auf 1 bis 2 cm Tiefe erstrecken, häufig noch weniger eindringen. — Schon seit langer Zeit hat man sich bemüht, diese eigenthümliche Erscheinung zu erklären, aber es ist bis jetzt noch nicht gelungen, und auch die sorgfaltigen Analysen des Dr. Seger in Berlin haben es noch nicht völlig vermocht. — Durch die letzteren ist zwar festgestellt, daß die rothen Stellen 8 bis 10 fach soviel Schwefel enthalten, als die gelben, — es ist erfahrungsmäßig festgestellt, daß dieses Rothbrennen hauptsächlich dann eintritt, wenn schwefelhaltige Brennmaterialien (Steinkohle oder Braunkohle) verwendet werden, daß es bei Holzbrand fast gar nicht vorkommt; — es liegt demnach auf der Hand, daß durch die Einwirkung des Schwefels die das Roth verzehrende Eisen-Kalk-Kieselverbindung verbindert wird, sich zu bilden; — aber es ist noch nicht aufgeklärt, welche Verbindung entsteht und warum die wahrscheinlich reducirende Einwirkung der Flamme dazu erforderlich ist. — Denn derselbe Schwefelgehalt muß sich in den hoch erhitzten luftförmigen Verbrennungsproducten wiederfinden, auch nachdem die Flamme selbst ausgebrannt ist. Er scheint aber dann wirkungslos zu bleiben, denn wo die Flamme nicht anleckt, entstehen auch die rothen Flecke und Streifen nicht, — ebenso wie sie sich nicht zeigen, sobald kein Eisen im Brenngute enthalten ist. Für die Praxis wissen wir, daß dieses Rothbrennen vermieden wird durch Anwendung schwefelfreier Brennmaterialien und, da dies kaum noch irgendwo durchzuführen ist, dadurch, daß das Brenngut gegen die unmittelbare Einwirkung der Flamme geschützt wird.
Daß in Backstein warme, milde, dem Auge wohlthuende Farben sich herstellen lassen, wird man als einen großen Vorzug der Backsteinarchitektur anerkennen müssen; der Architekt vermag denselben zu besonderer Wirkung zu verwenden, sobald er wirklich mit Sicherheit über die Farben gebieten kann, d.h. sobald er gewiß sein kann, daß auch wirklich die erwarteten Farben aus dem Brennofen hervor gehen. — Ist man hierbei auch an eine gewisse geringere Zahl von Farbentönen, welche sich am sichersten herstellen lassen, gebunden, so darf es doch unter allen Umständen als ein Vortheil gelten, wenn eine Auswahl unter verschiedenen Farben, die man sich nach Bedürfniß herstellen kann, zu Gebote steht — gegenüber der Hausteinarchitektur, in welcher wir gezwungen sind, die Farbe des Steines zu nehmen, wie der Steinbruch sie giebt. — Es kommt noch ein anderer Vorzug dazu, — der, daß die Oberflächen des Backsteines, wenn dieser gut und fest gebrannt ist, eine gewisse sanfte Glätte und eine nur sehr geringe Porosität zeigen, daher Wasser nur wenig aufnehmen und bei Weitem reiner sich halten, als Sandsteine oder dichter Kalkstein. Soll aber die Farbe des Backsteins wirken, so muß sie gleichmäßig hergestellt werden können, sie muß ebenso rein und klar hervortreten.
Beide Anforderungen sind nicht leicht zu erfüllen. — Wir haben gesehen, daß die Färbung einerseits von der Zusammensetzung der Thonmasse abhängig ist, andererseits mit dem Hitzegrade des Brennens sich ändert. — Man muß also, wenn ein und dieselbe Färbung wieder erzeugt werden soll, die Thonmischung genau und streng innehalten, es muß ferner die Temperatur des Brennofens möglichst gleichmäßig und möglichst leicht regulirbar sein. Das ist aber gewöhnlich nur dann ohne Mühe zu erreichen, wenn ein glücklicher Zufall zu einem Thonlager geführt hat, welches in der natürlichen Zusammensetzung des Thones eine schöne und durch verschiedene Hitzegrade nicht bedeutend veränderte Farbe entstehen läßt. Sollen indessen mehrere Farbentöne erzeugt werden, so muß dennoch durch Mischen verschiedener Thone der Erfolg gesucht werden. — Man wird alsdann am besten thun, solche Mischungen anzuwenden, welche in verschiedenen Feuergraden ihre Färbung nur wenig ändern, um nicht genöthigt zu sein, zu viel verschiedene Farbennummern auszusortiren, von denen gewöhnlich nur einige gesucht werden. — Manche Fabriken scheinen allerdings Mittel an der Hand zu haben, nicht blos durch verschiedene Thonmischungen, sondern durch anderweitige künstlich herbeigeführte chemische Einwirkungen eine sehr gleichmäßige und wohlthuende Färbung des Backsteins hervorzurufen; aber diese Mittel werden als Fabrikgeheimnisse behandelt und entziehen sich daher der Besprechung an dieser Stelle. — Jedenfalls ist die Färbung des Backsteins ein bisher ziemlich unbebautes Feld, auf welchem Kunst und Technik noch reiche Früchte ernten können und sicherlich auch zu Tage fördern werden.
Ein anderes Erforderniß tritt an den Backsteintechniker damit heran, daß die Färbung der Oberfläche rein und klar hervortreten und sich auch für die Dauer so halten solle; namentlich müssen andersfarbige Ueberzüge, staubige Anflüge, die Grundfarbe verhüllende Efflorescenzen vermieden oder beseitigt werden. — Auch dies bereitet mancherlei Schwierigkeiten. — Zwar das Hervortreten gelber und grüner Ausschläge nach dem Vermauern läßt sich beseitigen, wenn der Backstein scharf genug gebrannt, wenn dadurch die Oberfläche in Sinterung übergeführt ist und die Poren geschlossen werden, in denen leicht feine Algen und andere niedere Pflanzen wurzeln; — sollen aber die die Grundfarbe verdeckenden Anflüge etc., welche vor dem Brande und während desselben entstehen, vermieden werden, so sind mancherlei Hindernisse zu überwinden.
Man beobachtet sehr häufig die Erscheinung, daß ein grauer oder weißlicher Ueberzug die Oberflächen der Backsteine bedeckt und die Naturfarbe desselben nicht zum Vorschein kommen läßt, obgleich diese auf dem Bruche deutlich hervortritt. — Es kommt auch nicht selten vor, daß gerade diejenigen Flächen der Terracotten, welche geputzt und geglättet wurden, von solchem Ueberzuge bedeckt sind, während rauhere, ungeputzte Flächen die natürliche Ziegelfarbe in voller Reinheit zeigen. Ebenso werden solche Ueberzüge an Backsteinen, welche in Circuliröfen gebrannt wurden, häufiger beobachtet, als an solchen, welche aus Einzelöfen hervorgehen. — Häufig bestehen solche die Oberfläche verunreinigende Ueberzüge aus Flugasche, ganz besonders dann, wenn aschenreiche Brennmaterialien zur Verwendung kommen, wie Braunkohlen, Torf etc. — Aber auch im Gasofen, welcher gar keine Flugasche erzeugt, treten solche weißliche Ueberzüge, bald nur wie ein leichter Hauch, bald wie ein dichter Aussatz hervor. Die chemische Analyse hat erwiesen, daß sie theils aus Gyps, theils aus reiner Thonerde bestehen; und es sind schon die verschiedensten Mittel in Anwendung gebracht worden, um diesen höchst unangenehmen Gast fernzuhalten. — Namentlich gypshaltige und alaunhaltige Thone scheinen mit diesem Uebel behaftet zu sein. — Beide sind in Wasser leicht löslich und werden durch das Wasser, mittelst dessen die Plasticität des Thones geweckt wird, gelöst. — Während des Eindrückens in die Gypsform tritt ein Theil des Wassers durch den kräftigen Druck heraus und wird durch die poröse Gypswandung der Form aufgenommen, weniger aber der darin aufgelöste Gyps oder Alaun, dieser bleibt vielmehr zwischen der Wandung der Form und der eingeformten Thonmasse zurück und haftet auf der weichen Oberfläche der letzteren fest, beim Trocknen als ein feiner Staub sich darstellend, welcher aber auf dem ungebrannten Thone sich fast gar nicht markirt. — Werden die Oberflächen mit dem Modellirholze nachgearbeitet, während der Thon noch eine gewisse Weichheit besitzt, so legt sich der feine Staub nur noch fester an. — In der Glühhitze verliert der Gyps seinen Wassergehalt und nimmt die bekannte weiße Farbe an, welche nunmehr den Ueberzug, scheinbar als Anflug deutlich hervortreten läßt. — In ähnlicher Weise wird der Alaun in der Glühhitze zersetzt; die schwefelsaure Verbindung geht in eine kieselsaure über, während die Schwefelsäure sich verflüchtigt und die im Thone meistens überschüssig enthaltene Kieselsäure an ihre Stelle tritt; — der Anflug erscheint dann als reiner, weißer Thon auf der Oberfläche. Beide Verunreinigungen sind für die Festigkeit und Wetterbeständigkeit des Backsteines ohne allen Einfluß, sie können lediglich als Schönheitsfehler gelten. Aber sie sind für das Ansehen äußerst störend und man sucht sie deshalb zu beseitigen.
Daß sie in Circuliröfen so stark, und im Hoflmannschen Ringofen oft mit der Verunreinigung durch Flugasche zugleich auftreten, ist leicht zu erklären. — Im Circulirofen wird die Feuerluft, bevor sie in den Schornstein tritt, durch mehrere mit Brenngut gefüllte Abtheilungen (Kammern) geleitet, um ihre überschüssige Wärme zum Vertrocknen abzugeben und die aus der noch ungebrannten Waare aufsteigende Feuchtigkeit mit sich fortzunehmen. — Dabei geschieht es aber fast immer, daß die Abkühlung eine zu starke wird und daß kurz vor dem Eintritt in den Schornstein die abziehende Luft mit Wasserdünsten überladen ist, dieselben daher in tropfbar flüssigem Zustande auf dem noch kalten Brenngute ablagert. — Fast immer findet man an den bezeichneten Stellen, wenn man einen Stein herauszieht, denselben naß beschlagen. — Enthält nun der Thon eine leicht lösliche Beimischung, wie Gyps, so löst sich ein Theil desselben in dem eindringenden Wasser auf und tritt an die Oberfläche. — Sobald letztere in dem vorschreitenden Brennprocesse wieder trocknet, verdunstet der Gyps nicht mit, sondern bleibt als staubiger Ueberzug zurück und wird im Glühprocesse weiß, indem er sich zugleich fest mit der Unterlage verbindet. — Der sogenannte Anflug bildet sich demnach im Brennofen selbst; er kann durch Flugasche, welche sich auflegt und nachher festbrennt, noch bedeutend verstärkt werden. — Im Gasofen fällt nun die Flugasche zwar fort, der weißliche Anhauch zeigt sich aber, namentlich auf gypshaltigen Thonen, oft recht stark.
Um denselben zu beseitigen, sind bereits verschiedene Mittel in Anwendung gebracht worden. — Das gewöhnlichste und bei Ziegeln, welche eine recht reine Oberfläche erhalten sollen, auch sehr wohl anwendbare, wenn auch nicht ganz sichere Mittel ist das, mit einer scharfen Bürste die Schauflächen des Steines, bevor dieser in den Ofen gesetzt wird, sorgfältig zu überstreichen und dadurch den feinen, aber wegen seiner grauen Farbe nicht sichtbaren Ausschlagstaub zu entfernen. Dieses Mittel ist besonders deshalb unsicher, weil nicht erkennbar wird, ob der Stein viel oder wenig Ausschlag enthält und ob der letztere durch das Bürsten gehörig entfernt wurde. — Für plastische Gegenstände aber kann dieses Verfahren deshalb nicht Anwendung finden, weil durch das Abbürsten die Formen zu leicht verletzt und abgestumpft werden.
In einer renommirten Thonwaarenfabrik wendet man das eigenthümliche Mittel an, den noch nicht lufttrockenen Gegenstand, und zwar so frisch als möglich, in einen dünnen, gekochten Mehlbrei einzutauchen, oder größere Stücke damit zu übergießen. — Der Vorgang dabei scheint mehr ein mechanischer als chemischer zu sein. — In dem Wasser, welches der Mehlbrei enthält, löst sich der Gypsniederschlag wieder auf und bei dem alsdann stattfindenden Verdunsten des Wassers bleiben die sich niederschlagenden Gypstheilchen von den Mehl- und Stärketheilchen umhüllt, so daß sie sich nicht wieder fest mit der Thonoberfläche verbinden können. — Die organische Substanz verbrennt in der Gluth und der abgelöste, feine Gypsstaub fällt ab. — Der so zu behandelnde Gegenstand muß jedoch noch feucht sein, wenn er mit dem Mehlbrei in Verbindung kommt, sonst wirkt das Mittel nicht; die Feuchtigkeit zieht dann wohl zu schnell in den trockenen Thon ein und der aufliegende Gypsstaub löst sich nicht vollständig auf. — Auch bringt das Eintauchen trockener Gegenstände leicht ein Zerspringen des Scherbens zu Wege. — Größere Stücke werden in derselben Fabrik auch so behandelt, daß dieselben mit etwas dickerem Mehlbrei übergossen, darauf aber sogleich mit pulverisirtem Thone und mit Braunkohlenasche dicht überstreut werden. — Dadurch bildet sich ein schützender Ueberzug, dessen Bindemittel der organische Stoff darstellt. — Im Ofen verhindert derselbe das Niederschlagen feuchter Dünste auf die Oberfläche des zu brennenden Gutes und schützt dasselbe gegen die unmittelbare Einwirkung der Flamme; das organische Bindemittel brennt heraus, die Thonhülle, welche jedoch nicht früher in Schmelzung übergehen darf, als die geformte Thonmasse überhaupt, bildet eine Art eng anschließender Kapsel, welche sehr vortheilhaft wirkt, indem sie das eingeschlossene Brennstück gegen viele nachtheilige Einwirkungen der Flamme und theilweise auch der ungleichmäßig vertheilten Glut, gegen das Rothbrennen, den Aschenanflug, das Verglasen an einzelnen Stellen sicher stellt.
Ein anderes Mittel möge hierbei gleichzeitig Erwähnung finden, welches zwar das erwähnte Austreten des weißlichen Ausschlages nicht ganz zu beseitigen vermag, soweit dieses schon vor dem Brande sich vollzogen hat, aber in ähnlicher Weise, wie das Uebergießen mit Mehlbrei, die nachtheiligen Wirkungen des Feuers mäßigt: Die zu brennenden — meistens feineren Gegenstände, Vasen, Reließ, Statuen u.s.w. — werden in geleimtes Papier eingehüllt, wobei ein unmittelbares dichtes Anliegen jedoch nicht erforderlich ist; dann wird ein mäßig dicker Thonbrei von feuerbeständigerem Thone, als dem des Brenngutes, übergegossen, worauf man die so bereitete Hülle trocknen läßt. Alsdann erfolgt das Einsetzen in den Ofen, und ist dabei nur die Vorsicht zu beobachten, daß durch das Heben und Tragen die leichte Hülle nicht beschädigt wird. Während des Brandes bildet die Papierhülle einen wirksamen Schutz, eine Kapsel; das Papier brennt aus, der Thonguß darüber erhärtet und verhindert, namentlich das schädliche Rothbrennen, das sogenannte Anlecken der Flamme, selbstverständlich auch das Anhaften von Flugasche u.s.w. — Die gebrannten Gegenstände kommen bei solchem Verfahren sehr rein und klar aus dem Ofen.
Manche Fabriken wenden noch andere Mittel an, um die Bildung der besprochenen Efflorescenzen ganz zu verhindern, behandeln aber das Verfahren als Fabrikgeheimniß, weshalb an dieser Stelle das Nähere nicht mitgetheilt werden kann. — Die Verfahrungsweise beruht in der Hauptsache darauf, daß bereits bei der Zubereitung des Thones Stoffe beigefügt werden, welche die im Wasser löslichen schwefelsauren Salze in unlösliche überführen. Es wird in der That dadurch die Bildung solcher Anflüge, wenn nur der Zusatz in genügendem Maaße geschieht, die Mischung mit gehöriger Sorgfalt vor sich geht und die Verarbeitung der Masse nicht allzuschnell stattfindet, vollständig verhindert. Durch das Zusammensetzen solcher Thone, welche im Feuer rothe, weiße, gelbe Farbe annehmen, gebietet man nun zwar bereits über eine ziemliche Anzahl von Farben und namentlich über solche, welche durch die Wärme und Milde ihres Tones ganz vortrefflich wirken; aber zu einer reicheren Polychromie sind dieselben bei Weitem nicht ausreichend, besonders deshalb nicht, weil die blauen und grünen Töne, ebenso wie dunkles Braun und Schwarz in dieser Scala fehlen.
Auch in anderer Beziehung leidet die bisher besprochene Farbengebung an einem großen Uebelstande. — Man ist eben auf diejenigen Farbentöne beschränkt, welche sich durch die Zusammensetzung der aus den zugänglichen Thonlagern erworbenen Thone herstellen lassen, und muß all die Einflüsse mit in den Kauf nehmen, welche die natürlichen Beimischungen bewirken; man hat gegen die Verunreinigungen der Farbe durch die schwefelsauren Salze einen fortwährenden Kampf zu führen, man muß namentlich bei den dunkelgelb brennenden Thonen, grade den schönsten, wärmsten, dem Auge angenehmsten Färbungen auf das Sorgfältigste bemüht sein, die Temperatur des Ofens streng zu regeln, denn geringe Unterschiede der Gluth bewirken häufig bedeutende Veränderungen in der Färbung.
Es ist daher als ein großer Vorzug anzusehen, wenn eine Färbungsmethode in Anwendung kommen kann, welche die Fabrikation von diesen Zufälligkeiten und Schwierigkeiten unabhängig macht, indem Färbungsmittel angewandt werden, welche die verunreinigenden Stoffe nicht enthalten und gegen den Einfluß der Flamme sowie die Temperaturdifferenzen der Glühbitze weniger empfindlich sind.
Die technische Herstellung des Backsteins.
e. Das Engobiren.Eine solche Färbungsmethode besitzen wir schon von Alters her, und durch dieselbe wird gleichzeitig der Backsteinarchitektur ein sehr viel reicheres und wirkungsvolleres Farbenspiel zugeführt. Es ist die Methode des Engobirens. Wie durch den von der Natur schon gegebenen Zusatz von Eisenoxyd die gelben und namentlich die rothen Färbungen hervorgerufen werden, so entstehen durch andere Metalloxyde andere Farben und Farbennüancen. — Beispielsweise stellt man mit Hülfe von reinem Eisenoxyd dar: Roth, Braun, Violett, Schwarz, Grau, Gelblich; mit Uranoxyd Orange gelb, mit Manganoxyd Schwarz, Braun, Violett; mit Antimonoxyd Gelb; mit Kobaltoxyd Blau, Schwarz, Grau; mit Kupferoxydul Roth, mit Kupferoxyd und mit Chromoxyd Grün in verschiedenen Abstufungen, u.s.w., wobei Verbindungen mehrerer Metalloxyde noch besondere Veränderungen bewirken. — Ebenso wirken verschiedene Metallsalze färbend; chromsaures Eisenoxydul giebt Braun, chromsaurer Baryt Gelb, kohlensaures Kobaltoxyd Schwarz. — Je reiner die Oxyde verwendet werden, desto klarer und leuchtender treten die Farben auf, vorausgesetzt, daß auch die verwendeten Thone rein seien, auch müssen die Stoffe fein zertheilt, gerieben werden.
Es ist indessen selbstverständlich, daß solche gereinigte Materialien und Zusätze in zu hohem Preise stehen, um größere Thonmassen daraus herzustellen. Man muß daher darauf verzichten, für Architekturzwecke den ganzen Körper des Backsteines oder auch nur eine dickere Obermasse daraus herzustellen; man ist vielmehr genöthigt, nur einen ganz dünnen Ueberzug aus dieser theureren Masse zu bereiten, und dies genügt für viele Zwecke auch vollkommen, sobald nur der Ueberzug auf der Unterlage absolut fest haftet, sich vollkommen mit derselben verbindet. — Das Verfahren dabei ist sehr einfach: man taucht den fertig geformten Thonkörper, so lange er noch nicht völlig getrocknet ist, in die breiartig zubereitete Deckmasse, und läßt das Ueberflüssige abtropfen. Dadurch bildet sich ein gleichmäßiger Ueberzug, welcher im Brande die vorhergesehene Farbe erhält.
Die Methode des Engobirens läßt sich mit großem Vortheile in der Backsteinbereitung anwenden, sie eignet sich ganz besonders für glatte Steine und einfach glatt profilirte Baustücke, wogegen sie für plastisch durchgearbeitete Bautheile, wie für Reliefs vermieden wird, weil durch das Uebergießen mit dem Thonbrei alle feineren und schärferen Umrisse verwischt werden. — Es ist jedoch nothwendig, daß die Mischung der Ueberzugsmasse in Bezug auf Schwindung und Feuerbeständigkeit sorgfältig der Untermasse angepaßt werde, damit nicht während des Brandes oder später die Ueberzugsmasse Risse erhalte und abspringe. — Auch ist es für Backsteine, die an ihrer Verwendungsstelle Stoßwirkungen und sonstigen Beschädigungen ausgesetzt sind, sehr mißlich, eine Ueberzugsmasse auf eine in der Farbe stark differirende Untermasse zu bringen, denn bei jeder geringen Beschädigung tritt dann die anders gefärbte Untermasse hervor. — Indessen kann auch unter solchen Umständen die Methode des Engobirens beibehalten werden, wenn man sich begnügt, eine Ueberzugsmasse herzustellen, welche in der Farbe derjenigen der Untermasse sehr nahe kommt, diese gewissermaaßen nur ersetzt, aber in reinerer und gleichmäßiger Qualität. — Eine derartige Ueberzugsmasse läßt sich häufig aus der vorhandenen Hauptmasse selbst bereiten, einerseits durch geringe Zusätze, andererseits durch sehr sorgfältige Reinigung.
Wie bereits erwähnt, ist die Technik des Engobirens von Alters her bekannt. Sie war bereits in der ältesten vorhellenischen Keramik allgemein üblich, und blieb die technische Grundlage der oligochromischen und polychromischen griechischen Vasenmalerei. — Bereits auf den ältesten, aus einer groben Masse hergestellten Töpfen finden wir einen weißen Pfeifenthonüberzug, welcher wieder die Grundlage zu fernerer Bemalung bildete. — Die aufgesetzten und eingebrannten Farben sind ebenfalls gefärbte Thonmassen. — Auch der tiefschwarze Ueberzug der hellenischen Vasen, welcher durch sein feines, mattes Lüster unsere Bewunderung erregt, scheint nur ein Ueberzug von schwarz gefärbter sehr feiner Thonmasse, sehr dünn aber vollkommen deckend auf die glatte orangefarbige oder rothe Scherbenmasse aufgetragen; — und die Glasur oder vielmehr das Lüster derselben scheint lediglich durch sorgfältiges Poliren des Ueberzuges vor dem Brande hervorgerufen zu sein, — (eine Arbeit, welche wir sehr wohl durch Maschinenthätigkeit zu ersetzen im Stande wären). — Stellenweise ist indessen der schwarze Ueberzug wieder weggekratzt und die Grundfarbe des Thonscherbens bloßgelegt, so daß sich rothe Figuren auf schwarzem Grunde zeigen.
Diese Technik, in verschiedenfarbigen, übereinander gelegten Thonschichten zu arbeiten, ist sehr reicher Modificationen fähig und vermag sehr lebhafte Wirkungen hervorzubringen. — Man kann zwei und mehr solche Lagen übereinander bringen und durch theilweises Wegnehmen derselben mittelst Nadel und Grabstichel eine sehr haltbare Zeichnung in mehreren Farben hervorbringen, indem man nach der Methode des Sgraffito verfährt. Ein verwandtes, aber doch wohl zu unterscheidendes Verfahren ist dies, daß man in die Oberfläche des noch nicht völlig lufttrockenen Thonkörpers Contouren, Schraffirungen etc. einreißt und die Vertiefungen dann mit einer andersfarbigen, gewöhnlich dunkleren (braunen, schwarzen) Thonmasse mittelst eines Pinsels ausfüllt, daß man alsdann, nachdem diese Füllung angetrocknet, die überstehende Masse mit Hülfe einer Stahlklinge sorgfältig abzieht, bis der Grund wieder klar hervortritt und mit scharfer Contour, nur die in den eingeritzten Vertiefungen eingelagerte Füllmasse zurückbleibt.
Durch die Engobirungen und die ihr verwandten Verfahrungsarten wird in der Keramik eine äußerst haltbare und wirkungsvolle Polychromie ermöglicht, wie solche wohl von keinem anderen Baumateriale zu erreichen ist. — Werden die Thontafeln hart gebrannt, so geben sie sehr haltbare Fußböden, deren Farbenschmuck unauslöschlich ist und nur durch Abschleifen der Thonmasse selbst verloren geht. — Auch die farbigen Thon- oder Porzellanfliesen der Fabrik zu Mettlach können hieher gerechnet werden, obgleich die Technik, welche wiederum auf dem Zusammenpressen trockener Massen beruht, eine abweichende ist. — Die Masse auch der farbigen Einlagen ist gefrittet und so außerordentlich hart, daß von einer Abnutzung nach Jahrzehnten, selbst bei sehr starkem Gebrauch, kaum eine Spur zu bemerken ist.
Alle die Engoben und eingelegten farbigen Thone zeigen sich stumpf oder bei beginnender Sinterung in einem sehr schwachen, leisen Glanze, einem Beginn von Lüster, welcher dazu dient, die Farben zu beleben und zu klären. Man kann jedoch noch weiter gehen und die Farben in vollständigem Glasglanze, als Glasuren herstellen.
Die technische Herstellung des Backsteins.
f. Das Glasiren.Dazu ist der gefärbte Thongrund nicht mehr erforderlich, es handelt sich fortan nur um Herstellung gefärbter Gläser, welche sich jedoch mit dem unterliegenden Thonscherben durchaus fest verbinden müssen. — Die Gläser sind bekanntlich mehrfache Silicatverbindungen von Alkalien, Erden und Metalloxyden, unter denen sich auch Thonerde befinden kann, obwohl deren Vorhandensein zur Bildung des Glases nicht nothwendig ist. Die Färbungen der Gläser werden vorzugsweise durch die Metalloxyde hervorgerufen und es entsteht mit deren Hülfe ein außerordentlicher Reichthum der lebhaftesten und glühendsten Farben, welche, theils durchsichtig oder durchscheinend wie Lasuren, die Färbung des Untergrundes gleichzeitig in Wirksamkeit treten lassen (die Bleiglasuren), theils undurchscheinend, dicht (opak), nur den eigenen Farbenton zur Geltung bringen. — Aller Glasur aber ist der Glasglanz eigen, dieser eigenthümliche Spiegelglanz, dem Metallglanze und dem Glanze des polirten Steines sehr ähnlich. — Durch ihn vorzugsweise erhalten die Farben eine durch kein anderes Mittel herstellbare Frische und Leuchtkraft, und dieselbe für die Architektur nutzbar zu machen, ist kein Material so geeignet, wie der gebrannte Thon. — Es ist dadurch der Backsteinarchitektur eine neue Eigenthümlichkeit gegeben, die Möglichkeit einer in den Farbentönen fast unbegrenzten Polychromie zugleich von der glühendsten Wirkung und von unbegrenzter Dauer. — Denn durch den Glasfluß werden die Poren des Thones völlig geschlossen, und haftet der Glasfluß nur fest, ist sein Schwindungsverbältniß dem des Thones gleich, so daß kein Springen der Glasur, kein Abblättern derselben stattfindet, so ist die Oberfläche des Baustückes gegen das Eindringen des Wassers vollständig geschützt und dadurch die Hauptveranlassung der Verwitterung beseitigt. — Hat ferner die Zusammensetzung der Glasur in solcher Weise stattgefunden, daß nicht eine chemische Verwandtschaft zu den Atmosphärilien entsteht, welche zu einer Zersetzung der Masse Veranlassung geben kann, dann zeigt sich die Glasur von ewiger Dauer und bewahrt ihre Farbenfrische völlig wandellos.
Ueber die Zusammensetzung der verschiedenen Glasuren und die Technik ihrer Bereitung kann hier nicht speciell die Rede sein, es würde dies eine ganz besondere Abhandlung erfordern; nur sei im Allgemeinen erwähnt, daß die Glasuren nicht blos nach den Farben, sondern auch nach den zugesetzten Flußmitteln die größten Verschiedenheiten zeigen. — Während manche Glasuren, deren Schmelzmittel aus Feldspath und Quarz besteht, erst bei sehr hohen Temperaturen in Fluß gerathen und daher nur auf nahezu feuerfesten Thonscherben angebracht werden können, sind andere, namentlich die Bleiglasuren und demnächst die Zinnglasuren so leichtflüssig, daß sie auf sehr leicht schmelzbaren Thonen Verwendung finden können. Und diese leichtflüssigen Glasuren sind es hauptsächlich, welche in der Architektur Anwendung finden. — Die meisten Glasuren bestehen aus einer Fritte, d.h. einer bereits geschmolzenen Glasmasse, welche unter Zusatz der Farbstoffe besonders bereitet und dann fein pulverisirt wird. — Durch Zusatz von Bleiglätte oder Mennige, welche innig mit der übrigen Masse vermischt werden müssen, wird der Glasur die Schmelzbarkeit bei einem niedrigeren Hitzegrade ertheilt. — Da die Bleiglasuren durchsichtig sind, nicht decken, sondern die Farbe des Thones hindurchleuchten lassen, so dürfen sie, soll Klarheit der Farben erzielt werden, nur auf einen weißen Untergrund aufgetragen werden. — Diesen weißen Untergrund erlangt man dadurch, daß man den rohen, noch nicht völlig trockenen, geformten Thonkörper mit einer aus reinem, weißem Thon bereiteten Thonmilch übergießt. Die Consistenz der letzteren muß eine derartige sein, daß durch das Uebergießen oder Eintauchen vollständige Deckung erzielt wird, die eigene Farbe des Thonkörpers also unter dem weißen Thonbeguß ganz verschwindet. — Damit die Glasuren mit Sicherheit aufgetragen werden können, werden die aus Thon geformten Gegenstände (Gefäße, Kacheln, Baustücke) nach dem Begießen mit weißem Thon verglüht oder geschrüht, d.h. leicht gebrannt, so daß der weiße Thonüberzug vollständig fest aufgebrannt ist. — Alsdann erst trägt man die Glasuren auf und brennt nachher zum zweiten Male.
Diese Bleiglasuren, welche auf den weißen Thongrund aufgebracht werden, heißen Begußglasuren, und sie sind für Zwecke der Architektur von besonderer Wichtigkeit. — Ihnen gegenüber stehen die opaken, undurchsichtigen oder Schmelz-Glasuren. — Dieselben erhalten einen Zusatz von Zinnoxyd und werden dadurch undurchsichtig; gleichzeitig giebt das Zinnoxyd ohne Farbenzusätze ein sehr schönes, reines, vollkommen deckendes Weiß. — Bei Anwendung der Schmelzglasuren ist demnach der weiße Thongrund ganz entbehrlich, die Glasurüberzüge werden unmittelbar auf den geformten Thonscherben aufgetragen. — Gleichwohl verglüht man den letzteren gewöhnlich vorher, weil die Glasur als dann leichter und gleichmäßiger sich auftragen läßt, auch nicht so tief in die Poren der Thonmasse eingesogen wird. Auf eine Eigenthümlichkeit muß aber hierbei aufmerksam gemacht werden, auf die, daß Zinnglasuren nur auf einem kalkhaltigen Thonuntergrunde festhaften, von anderem Thone aber leicht abblättern; es ist daher die Anwendung der Zinnglasuren nach dieser Richtung hin eine beschränkte.
Auch die Glasur, — sowol die Zinn- als die Bleiglasur — wird, ähnlich wie der weiße Thongrund, in Wasser eingerührt und als ein dünner Brei übergegossen oder aufgetragen. — Sollen ganze Flächen gleichmäßig überglasirt werden, so ist die Methode des Uebergießens am einfachsten. — Erhalten dagegen nur einzelne Flächen den Glasurüberzug oder sollen mit der Glasur besondere Figuren aufgemalt werden, so muß der Auftrag mit dem Pinsel geschehen. — Die zu glasirenden Flächen werden gewöhnlich vorher mit Wasser angenetzt, damit das Wasser des Glasurbreies nicht zu schnell anfgesogen und die Glasur gleichmäßig vertheilt werde. Ist der Scherben jedoch zu porös, so daß zu befürchten steht, es werde von der aufgetragenen Glasur zu viel eingesogen werden, so überstreicht man ihn vorher wohl mit einer dünnen Gummilösung; doch darf dies nur mit großer Vorsicht geschehen, weil ein geringes Zuviel ein blasiges Aufkochen der Glasur bewirkt.
Die Glasuren haften, nachdem sie angetrocknet sind, als ein sehr feiner Staub nicht sehr fest auf dem Thongrunde; es ist daher zweckmäßig, die Terracotten bald nach dem Auftragen der Glasur in den Brennofen zu bringen. — Die Temperatur, in welcher die Glasur zum Flusse kommt, muß stets eine niedrigere sein, als diejenige, in welcher die Thonmasse selbst schmilzt. — Da man indessen durch Zusätze zur Glasurmasse den Schmelzpunkt derselben regeln kann, so läßt es sich bewirken, daß dieselbe bei derjenigen Temperatur zum Fließen kommt, welche zum Garbrennen des Scherbens selbst erforderlich ist. — Jedoch wird auch alsdann immer noch die dünne Glasur früher zum Schmelzen kommen, als der dickere Thonkörper, da zum Garbrennen einer dickeren Masse stets ein längeres Beharren in derselben höchsten Temperatur erforderlich ist. — Am besten ist es jedenfalls, wenn die zu glasirenden Terracotten bereits im ersten Brande vollständig diejenige Festigkeit erlangt haben, deren sie bedürfen, denn der Glasurbrand kann als dann lediglich auf die Glasur selbst bezogen werden und darf nur kurze Zeit währen. — Die Glasur soll eben nur in Fluß kommen und sich zum Glase gestalten, sie soll aber an der Fläche, auf welche sie aufgetragen wurde, gleichmäßig vertheilt haften bleiben. — Bleibt sie zu lange der Schmelzglut ausgesetzt, so wird sie zu dünnflüssig, fließt von den geneigt oder senkrecht stehenden Flächen mehr oder weniger ab und bildet einen ungleichmäßigen Ueberzug. Ebenso kann es leicht geschehen, daß die Glasur stellenweise sich ganz verliert und der rohe Scherben zum Vorschein kommt; die Glasur ist dann entweder von dem porösen Thongrunde aufgesogen oder verflüchtigt. Ebenso dürfen die Glasurflächen im Ofen nicht der directen Einwirkung der Flamme ausgesetzt werden, weil namentlich eine reducirend wirkende Flamme die Glasur leicht zerstört.
Auch wenn die Glasur zu dick aufgetragen war, findet leicht ein Abfließen derselben statt und es ist dies besonders mißlich, wenn nur ein Theil der Fläche glasirt war und die überlaufende Glasur sich auf Flächen verbreitet, wo sie gar nicht hingehört. — Läuft Glasur ab, so erscheinen die höchsten Stellen, wo sie am dünnsten geworden ist, am hellsten, während sie an tiefsten Stellen sich ansammelt und diese dunkler färbt. — Man hat diesen Umstand vielfach zur Hervorbringung eigenthümlicher und reizvoller Effecte benutzt, namentlich auch bei Anwendung von Bleiglasuren die eigene Grundfarbe des Thones mitwirken lassen; es werden plastische Formen dadurch sehr kräftig gehoben, daß die vortretenden Höhen hell, die tieferen Einschnitte tief dunkel erscheinen. Im Uebrigen verträgt sich der Glasurüberzug mit plastischer Formengebung nur wenig, denn dadurch, daß die Tiefen mit Glasurmasse ausgefüllt werden, gehen alle Feinheiten der Form verloren, die schärferen Umrisse verschwinden, sie erscheinen verflacht und verschwommen. Es ist daher die Glasur in Verbindung mit Plastik nur mit großer Vorsicht in Anwendung zu bringen, und man wird immer am besten thun, die eigentlich plastischen Formen gar nicht mit Glasur zu überziehen, sondern, — namentlich bei Reliefdarstellungen — nur den Grund zu glasiren und dadurch für das Auge zu vertiefen, so daß das Relief sich kräftiger davon abhebt. — Jedenfalls aber wird man wohlthun, die Glasurfarben mosaikartig neben einander zu setzen oder verschiedene Formen, welche sich kräftig von einander unterscheiden sollen, in contrastirenden einfachen Farben mit Glasur zu überziehen. — Nachtheilig für das Erkennen und Unterscheiden der Formen ist auch der Glasglanz, namentlich im hellen Sonnenlichte, wo er spiegelnde Reflexe hervorruft; es geht daher das Streben der Architekten darauf hinaus, den lebhaften Glasglanz ganz zu vermeiden und ein ganz mattes Lüster an dessen Stelle zu setzen, eine Aufgabe, welche die Technik indessen bis jetzt erst sehr unvollkommen gelöst hat.
Hiernach ist mit Hülfe der farbigen Glasuren eine vollständige polychrome Plastik möglich, welche, wenn sie richtig behandelt wird, ganz außerordentliche Wirkungen hervor bringen kann; in derselben Weise läßt sich aber auch eine höchst effectvolle Malerei ins Werk setzen. — Diese letztere hat zwar bis jetzt mehr im specielleren Gebiete der Töpferei Anwendung gefunden, läßt sich indessen ebensowohl auf die Architektur übertragen. — Auch hiermit befinden wir uns auf einem weiten, noch wenig angebauten Felde, in welchem die Zukunft noch viele Blüthen pflücken und reiche Ernten einbringen wird. — Man ist im Stande, auf der Glasur zu malen und die Farben durch einen dritten und vierten Brand zu fritten, wie es in der Steingut- und Porzellanfabrikation geschieht. — Monumentaler gestaltet sich aber die Malerei wenn sie nicht auf der Glasur, sondern unmittelbar auf dem geschrühten Scherben bewirkt wird, und dann eine durchsichtige, farblose Glasur das Ganze überzieht. Weiter auf diesen Gegenstand einzugehen, erlauben der Rahmen und der specielle Zweck dieser Abhandlung nicht; es sei nur noch bemerkt, daß durch öfteres Brennen die Kosten der Herstellung sich sehr bedeutend steigern, denn der Brand bleibt immerhin eine gefährliche Operation, welche zahlreichen Zufälligkeiten unterworfen ist und sehr leicht das Verderben des mühevoll behandelten Objectes herbeiführen kann. Man muß deshalb die Anzahl der erforderlichen Brände möglichst einzuschränken suchen.
Historisch betrachtet, geht auch die Kunst des Glasirens in graue Vorzeiten zurück. — Wir sahen, daß bereits die Babylonier grün glasirte Särge von bedeutenden Dimensionen herstellten; der ganze Orient, Phönizien, Aegypten kannten und übten die Kunst des Glasirens; auch bei den Griechen fand sie Anwendung, wenn auch bei deren feinem Formensinne in sehr untergeordneter Weise. — Die Araber machten ausgedehnten Gebrauch von den Glasuren für ihre Architekturen und brachten es in ihrer Herstellung zu einer Vollkommenheit, um die wir sie heut noch beneiden können. — Im Mittelalter wurden glasirte Backsteine sehr zahlreich verwendet, speciell in Italien aber erwuchs, von der Herstellung weicher Glasuren auf Töpferthon ausgehend, eine ganz eigenthümliche Kunstweise, indem man Architekturen, Reließ, Bildwerke mit farbigem Glasurüberzuge herstellte, die Majolika, welche zu höchster Blüthe im 15. Jahrh. durch die Robbias ausgebildet wurde, welche man auch in unserer Zeit wieder erstehen ließ, indem man deren Technik mit Glück erneuerte.
Blicken wir nochmals zurück auf das Feld der keramischen Technik, wie es in der Gegenwart bestellt und gepflegt wird, vergleichen wir dasselbe mit der gleichen Thätigkeit in früheren Jahrhunderten, so werden wir uns gestehen müssen, daß in gar manchen Einzelheiten noch nicht wieder erreicht ist, was frühere Zeiten leisteten, daß wir vor manchen Producten weniger gebildeter Völker heut noch beschämt die Augen niederschlagen müssen. — Andererseits aber wird ebenso wenig zu leugnen sein, daß wir im Allgemeinen, unterstützt durch die fortgeschrittene Wissenschaft wie durch Anwendung gewaltiger Maschinenkräfte, sehr bedeutende Vortheile errungen haben, und daß namentlich im Dienste der Architektur die Keramik der Gegenwart Gebiete sich erobert hat, welche früher unerreichbar schienen. — Zu keiner Zeit konnte daher die Backsteinarchitektur so selbstständig auftreten, als jetzt, und niemals trug sie mit solcher Berechtigung die Bedingungen in sich, um ein für sich bestehendes, eigenartiges Kunstgebiet zu gestalten, als in unseren Tagen.
Damit sind wir wieder an der Stelle angekommen, welche wir verließen, um eine Umschau auf dem Gebiete der keramischen Technik zu halten, und an der Hand der hierbei gewonnenen Resultate wird es nun leichter sein, die wichtigen Fragen zu beantworten, ob es eine gesonderte, für sich bestehende Backsteinarchitektur geben darf, und welche Wege dieselbe einzuschlagen hat, um eine solche Stellung mit Recht zu behaupten.
Antike Polychromie: WIKILINK
Ludvig Peter Fenger: Dorische Polychromie: Untersuchungen über die Anwendung der Farbe auf dem dorischen Tempel. Berlin 1886, Universitätsbibliothek Heidelberg.
Jacques Ignace Hittorff: Restitution du temple d’Empédocle à Sélinonte, ou l’architecture polychrôme chez les Grecs. Paris 1851, Digitalisat Universitätsbibliothek Heidelberg
Franz Kugler: Ueber die Polychromie der griechischen Architektur und Sculptur und ihre Grenzen. Berlin 1835, Digitalisat auf archive.org
Antoine Chrysostôme Quatremère de Quincy: Le Jupiter olympien ou l’art de la sculpture antique. Paris 1815, Digitalisat Universitätsbibliothek Heidelberg
Gottfried Semper: Vorläufige Bemerkungen über bemalte Architektur und Plastik bei den Alten, Altona 1834, doi:10.3931/e-rara-11926, Google Books Search, Digitalisat Bayerische Staatsbibliothek
Johann Martin von Wagner: Bericht über die Äginetischen Bildwerke im Besitze S. K. Hoheit des Kronprinzen von Baiern. Stuttgart / Tübingen 1817, Digitalisat Bayerische Staatsbibliothek
Majolika (manchmal auch Maiolica; nach der altitalienischen Bezeichnung für Mallorca) bezeichnet im engeren (kunstwissenschaftlichen) Sprachgebrauch vor allem die farbig bemalte zinnglasierte italienische Keramik des 15. und 16. Jahrhunderts, im weiteren Sinne auch andere Arten farbig glasierter Tonware. WIKILINK
Terracotta (nach italienisch terra cotta ‚gekochte Erde‘) ist die Bezeichnung für unglasierte keramische Produkte oder Erzeugnisse der Gruppe Tonware. Terrakotta kann auch den natürlich-warmen, erdig bis rötlichen Farbton bezeichnen, der für diese Keramik typisch ist. WIKILINK
Blümner, Hugo. Technologie und Terminologie der Gewerbe und Künste bei Griechen und Römern (Band 2) — Leipzig, 1879. UNI Heidelberg (HEIDI) LINK neues Fenster
Derselbe: Band 3, Seite 90. Luftziegel u. Backstein ... LINK neues Fenster
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Graues Kloster im Jahr 1890.
Foto: Hof-Photograph Albert Schwartz.
Quelle: Landesdenkmalamt Berlin, Fotoarchiv LINK
Gronenfelder Werkstätten